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Gabelkopf Schraubösen bei Steingraeber-Modelle


Siehe auch: Eiderbojer

Ein hauptsächlich im 18. und 19. Jh. an den holländischen und belgischen sowie seit Beginn des 19. Jh. nordwestdeutschen Küsten häufig gebautes anderthalbmastiges Küstenfrachtschiff. Der Schiffskörper war völlig, er hatte einen Kiel und einen breiten, flachen Schiffsboden. Die Schiffsenden waren stark gerundet, jedoch Bug und Heck durch verhältnismäßig großen Sprung hochgezogen, so dass das Schiff trotz der plump wirkenden Form für die Küstenfahrt gute See-Eigenschaften hatte. Die übliche Schiffsgröße lag zwischen 40 und 90 BRT. Die größeren Fahrzeuge hatten ein Heckruder, die Wasserlinien des Schiffsrumpfes liefen in einer Achterpiek aus, die bis zum Ruder reichte.

Demgegenüber hatte die der Kuff ähnliche Tjalk (mit Seitenschwertern) früher einlaufende Wasserlinien und damit einen runderen Auslauf, der in einen vorgebauten Achtersteven überging.

Nur wenige kleinere Kuffen hatten Seitenschwerter. Der Anderthalbmaster fuhr am vorderen Großmast ein Gaffelsegel und je nach Schiffsgröße darüber an der Maststenge ein oder zwei Rahsegel. Am Bugspriet waren bis zu 3 Dreieck-Schratsegel. Der achtern stehende Besanmast hatte keine Maststenge und führte nur ein Gaffelsegel.

Die kleineren Fahrzeuge waren als Pfahlmast-Kuff oder Toppsegel-Kuff getakelt. Es gab auch einige größere als Schoner getakelte Fahrzeuge, die Schoner-Kuff genannt wurden. Ganz selten wurden auch Dreimaster mit Barktakelung, die sogenannte Barkkuff gebaut. Weiter entstanden einige Kombinationen hinsichtlich der Schiffskörperformen wie die Kufftjalk und die Kuffgaliot.

Im ostfriesischen Hauptverbreitungsgebiet wurde die Kuff in der zweiten Hälfte des 19. Jh. wegen der besseren Segeleigenschaften durch Galioten verdrängt. Dennoch behauptete sich die Kuff über ein ganzes Jahrhundert. Im Jahre 1805 gab es allein in Emden 138 Kuffen, 16 Galioten und 70 Tjalken und in Nordwestdeutschland noch

1873 insgesamt 201 Kuffen. 1895 wurden die letzten Kuffen an der Weser gebaut, und 1913 waren keine in Fahrt befindlichen Kuffen mehr in den Schiffsregistern zu finden.

Kuffgaliot: Mitte des 19. Jh. besonders auf ostfriesischen Werften gebaute Galioten mit kuffartigem Achterschiff und ausfallendem Vorschiff.


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