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Schaufelradschiffe bei Steingraeber-Modelle


Auch Dhau, Dhow. Siehe auch: Baggerow, Battela, Kaik, Doni, Ghanja, Khalissa, Mahaila, Manché, Maschwa, Mtepe

Die Dau ist die europäische Bezeichnung für eine ganze Familie verschiedener Typen arabischer Schiffe, die gewisse gemeinsame Merkmale besitzen (Battela, Bum, Doni, Dungiyah, Ghanja, Khalissa, Mtepe, Mahaila, Maschwa, Nurih, Pattamar, Sambuk, Zaruk). Es wird angenommen, dass sie im 4. Jahrhundert entstanden sind, die Meinungen darüber gehen allerdings auseinander Das gemeinsame Merkmal aller Daus ist ein langer Vorsteven, der schräg aus dem Kiel hervortritt, als wäre er seine Verlängerung. Ähnlich gestaltet ist bei manchen Arten, beispielsweise bei der Zaruk auch der Achtersteven. Der Bug aller Daus ist sehr scharf, das Heck kann scharf oder stumpf sein. Einige dieser Schiffe, wie die Pattamar und die Maschwa, haben den größten Tiefgang an der Stelle, wo sich der Kiel mit dem Vorsteven trifft. Diese Rumpfform vermindert die Drift des Schiffes und erhöht seine Wendigkeit.

Die Daus sind verhältnismäßig breite Schiffe, wobei sich die Länge zur Breite wie 4: 1 verhält. Ähnlich wie bei den Dschunken ist die größte breite hinter der Schiffsmitte. Das axiale Stevenruder war bei den Daus zur gleichen Zeit wie in Europa oder noch früher zu finden. Es ist aber unbekannt, ob es eine arabische Entdeckung war oder von den Dschunken übernommen wurde. An den einzelnen Daus werden arabische Segel an langen, aus zwei Teilen verbundene und schräg angebrachte Rahen verwendet.

Der Hauptmast, der nach vorn geneigt ist, trägt das größte gewöhnlich trapezförmige Segel und er befindet sieh mittschiffs oder in der vorderen Hälfte des Docks. Zu den größten Dau-Typen gehört die Bagalla, ein zwei- bis dreimastiges Handelsschiff mit einer Tragfähigkeit von 150 bis 400t. Ihre charakteristischen Merkmale sind ein Spiegelheck und ein langes, erhöhtes Achterdeck. Die Bagalla befördert noch heute Güter und Passagiere von den westlichen Ufern Indiens bis zur Ostküste Afrikas. Die Ghanja war ein kleineres Schiff mit einer Tragfähigkeit von 70 bis 200 t. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war sie ein bekanntes Piraten- und Kriegsschiff mit zwei Masten und einem der Schebecke ähnlichen Heck Als Handelsschiff hatte die Ghanja ein der Bagalla gleichendes Heck und am Achtermast ein Gaffelsegel. Sie überquerte der indischen Ozean von Sansibar bis zum Persischen Golf.

Die häufigsten Dautypen heißen Bum und Sambuk. Die Sambuk ist ein kleineres Schiff, das an die Karavelle erinnert. ihre maximale Tragfähigkeit beträgt 80t. Die Bum ist größer. Kennzeichnend für sie sind der verlängerte Vorsteven und der an ihn angeschlossene Bugspriet, an dem ein Stagsegel angeschlagen ist.

Dau Al Adida 
Name: Al Adida
Schiffstyp: Dau vom Typ Samaa
Werft: Buteen Jetty, Abu Dhabi
Baujahr: 1990
Flagge: Vereinigte Arabische Emirate
Heimathafen: Abu Dhabi
Liegehafen: Rostock

technische Daten

Lüa: 13,50 m
Breite: 4,50 m
Tiefgang: 1,50 m
Masthöhe: 16 m
Schiffsrumpf: Teakholz
Verdrängung: 12 t

Bemerkungen

Eine arabische Dau ist mehr als nur ein Schiff - sie ist ein Stück arabische Geschichte. Schon vor fast 2.000 Jahren wurden die ersten dieser traditionellen Boote gebaut.

Bis in das 20. Jahrhundert dienten die Daus dem gesamten Warentransport im Persisch-Arabischen-Golf, der Perlentaucherei und der Fischerei. Geschickte Seefahrer lenkten sie über die Weltmeere, schon im 8. Jahrhundert bis nach China.

Obgleich die hochseetüchtigen Daus ihren Rang weitgehend an die modernen Konkurrenten aus Stahl abgetreten haben, sind insbesondere die kleinen Typen immer noch gefragt. Da sie nur geringen Tiefgang haben, können sie fast überall in Küstennähe fahren und auch außerhalb der Häfen ankern. Auch heute noch werden sie für den Seehandel und zu Fischfang genutzt,

Die arabische Dau vom Typ "Samaa" befindet sich im Besitz von Scheich Zayed Bin Sultan Al Nahyan, Herrscher von Abu Dhabi und Präsident der Vereinigten Arabische Emirate (V.A.E.). Anlässlich des Nationentages der V.A.E. am 6. August 2003 wurde sie zur IGA Rostock 2003 nach Deutschland verschifft. Die nautische und technische Sicherheit hat der Förderverein der Jugendschiffe "Likedeeler" & "Vagel Grip" e.V. übernommen.


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