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Das "Blaue Band des Ozeans" Auszeichnung dem jeweils schnellsten Passagierdampfer.

Schon die Kapitäne schneller Weizensegler und Teeklipper lieferten sich waghalsige Wettrennen um das Kap Hoorn, während sich an Land die Sitte ausbreitete, über ihre Geschwindigkeit Wetten abzuschließen.

Später waren es dann die Passagierdampfer, die auf der klassischen Nordatlantikroute um eine begehrte Auszeichnung rangen: um das "Blaue Band des Ozeans". Sie ist eine sinnbildliche Auszeichnung für das schnellste Schiff auf der Nordatlantikroute zwischen Europa und Amerika. Anfänglich wurde die Strecke von Queenstown, Southampton, Plymouth oder Cherbourg nach New York gerechnet. Seit 1935 galt und gilt als Rekordstrecke die rund 5.500 km messende Route von der britischen Kanalinsel Bishops Rock bis zum New Yorker Feuerschiff Ambrose-Light. Die begehrte Auszeichnung fällt nun jedem Schiff zu, das diese Strecke in einer Rekordzeit zurückzulegen und in späteren Fahrten während mindestens drei Monate zu halten vermag.

Verzeichnis der schnellsten Passagierschiffe seit 1894 von Europa nach Amerika

Datum Schiffsname Land Reederei Strecke sm Tg.-St.-Min. Knoten
21.10-26.10.1894 Lucania GB Cunard A 2.779 05: 07: 23 21,81
30.03-05.04.1898 Kaiser Wilh. d. Gr. D
B 3.120 05: 20: 00 22,29
06.07-12.07.1900 Deutschland D Hapag C 3.044 05: 15: 46 22,42
28.08-01.09.1900 Deutschland D Hapag D 3.050 05: 12: 29 23,02
26.07-01.08.1901 Deutschland D Hapag D 3.141 05: 16: 12 23,06
10.09-16.09.1902 Kronprinz Wilhelm D NDL D 3.047 05: 11: 57 23,09
02.09-08.09.1903 Deutschland D Hapag D 3.054 05: 11: 54 23,15
06.10-10.10.1907 Lusitania GB Cunard A 2.780 04: 19: 52 23,99
17.05-21.05.1908 Lusitania GB Cunard A 2.889 04: 20: 22 24,83
05.07-10.07.1908 Lusitania GB Cunard A 2.891 04: 19: 36 25,01
08.08-12.08.1909 Lusitania GB Cunard E 2.890 04: 16: 40 25,65
26.09-30.09.1909 Mauretania GB Cunard E 2.784 04: 10: 51 26,06
17.07-22.07.1929 Bremen D NDL F 3.164 04: 17: 42 27,83
20.03-25.03.1930 Europa D NDL F 3.157 04: 17: 06 27,91
27.06-02.07.1933 Europa D NDL F 3.149 04: 16: 48 27,92
11.08-16.08.1933 Rex I Italia G 3.181 04: 13: 58 28,92
30.05-03.06.1935 Normandie F
H 2.971 04: 03: 02 29,98
30.05-03.06.1936 Queen Mary GB Cunard H 2.907 04: 00: 27 30,14
29.07-02.08.1937 Normandie F CGT H 2.906 03: 23: 02 30,58
04.08-08.08.1938 Queen Mary GB Cunard H 2.907 03: 21: 48 30,99
11.07-15.07.1952 United States USA US Lines H 2.906 03: 10: 40 35,51
Strecke von - bis
A = Needles - Sandy Hook
B = Queenstown - Sandy Hook
C = Eddystone - Sandy Hook
D = Cherbourg - Sandy Hook
E = Queenstown - Ambrose
F = Cherbourg - Ambrose
G = Gibraltar - Ambrose
H = bishop rock - Ambrose

Fahrten in der Gegenrichtung, von den USA nach Europa also, wurden zwar als Rekord registriert, zählten aber nicht für das Blaue Band, weil die Fahrt in dieser Richtung wegen des Golfstroms und des meist herrschenden Rückenwindes den Vergleich verfälschte.

Während das Blaue Band bis 1935 nur symbolisch verliehen wurde, stiftete England im selben Jahr die sogenannte Hales Trophy - eine 45 kg schwere und eineinhalb Meter hohe Statuette aus Silber, auf der jeweils die Namen und Silhouetten der Preisträgerinnen eingraviert wurden. Schiffe, welche die begehrte Auszeichnung inne hatten, waren die gefeierten Königinnen der Meere. Schiffe, denen das Blaue Band entrissen worden war, gerieten in Vergessenheit. Heute nun ist das Blaue Band, um das alle seegehenden Nationen gerungen haben, selbst in Vergessenheit geraten.

Gleich auf ihrer ersten Reise, im Juli 1952, erzielte die United States unter dem Kommando von Kapitän Harry Manning von den USA nach Europa eine Rekordzeit. Der majestätische Ozeanriese benötigte für eine Überquerung des Nordatlantiks nur 3 Tage, 10 Stunden und 40 Minuten. Auf ihrer Rückreise von Europa nach den USA erhielt die United States zum letzten Mal die begehrte Auszeichnung.


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