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6. Juni - die Aufbauten sind fertig
357 Baustunden


Die Plicht ist fertig und über die Öffnung der Rudermaschine habe ich eine Luke gesetzt.

Alle Decksaufbauten sind so weit fertiggestellt und können lackiert werden. Sie sind deshalb auch noch nicht fest am Deck verklebt, spart mir unnötiges Abkleben.

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10. Juni - die Aufbauten sind lackiert
360 Baustunden


Ich habe in der vergangenen Woche jeden Abend die Aufbauten lackiert. Sie haben fünf Schichten Lack erhalten, ausschließlich mit dem Pinsel aufgetragen. Das Finish ist seidenmatt.

Die Fotos können leider nur einen Bruchteil davon vermitteln, aber das Birnbaumholz sieht echt edel aus.

Als Lack habe ich Klarlack der Marke "Lord Nelson Authetic" genommen, wird von Krick vertrieben. Ist nicht ganz billig, 125 ml Gebinde für 4 Euro = 32 Euro Literpreis. Lässt sich problemlos mit Terpentin-Ersatz verdünnen.

Erstaunlich, der Lack ließ sich schon nach 24 Stunden ohne die bei Kunstharzlacken üblichen "Popel" anschleifen. Ich habe selten ein so gutes Ergebnis mit dem Pinsel erzielt, der Lack verläuft gut bei ca. 30% Verdünnung und hat eine ausreichende Topfzeit, und trotzdem kaum Probleme mit Lacknasen. Er scheint sich auch beim Trocken leicht zusammenzuziehen, denn Streichspuren die noch im feuchten Zustand zu bemerken sind, sind nach dem Durchtrocknen nicht mehr zu erkennen. Das Endergebnis ist eine sehr saubere und homogene Oberfläche.

 

Nach Abschluss der Lackierarbeiten wurde das Oberlicht mit Vivak verglast, die Messingscharniere angefertigt, brüniert und mit kleinen Rundkopfnägeln befestigt.

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13. Juni - der Klüverbaum
367 Baustunden


Als nächster Schritt wäre jetzt eigentlich die Klüverbaumbeting an der Reihe. Damit alles passt, fertige ich erst einmal den Klüverbaum.

Es ist kein Bugspriet, sondern ein Klüverbaum. Der Unterschied: ein Bugspriet ist i.d.R zwar auch rund wie ein Baum, allerdings fest installiert, sozusagen eine Verländerung des Vorderstevens. Der Klüverbaum dagegen ist eine bewegliche Spiere, die beim Manövrieren in engen Häfen oder bei schwerem Wetter eingeholt werden kann.

Als Kontrast gegenüber dem recht dunklen Deck sollen Mast, Spieren und Bäume mit etwas hellerem Holz realisiert werden. Ich habe schon gute Erfahrungen mit Ramin sammeln können, ein feinfaseriges Holz, nicht allzu schwer, hohe Biege und Druckfestigkeit.

Da ich es schon erlebt habe, dass sich Bäume später verzogen haben, werde ich diesmal Mast und Bäume aus mehreren Leisten verleimen und hohl lassen. So erhalte ich eine leichte und trotzdem verwindungssteife Konstruktion. Ein Verziehen des Bauteils sollte so gut wie ausgeschlossen sein.

Der größte Teil des Baumes ist hohl, nur an den Enden werden kurze Füllstücke eingesetzt.

Als Klebehilfe verwende ich ein L-Profil aus Alu.

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Hier ein original hohlverleimter Mast:

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Nach dem Austrocken des Leims wird der Vierkant abgerundet und gleichzeitig nach außen verjüngt. Die Bearbeitung erfolgt ausschließlich manuell mit einem kleinen Modellbauhobel. Hier macht sich auch der Vorteil der feinen Maserung des Holzes bemerkbar: es lassen sich feine regelmäßige Späne abheben, so erhält man mit etwas Geduld ein sauberes gleichmäßiges Rundholz.

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15. Juni - die ersten Beschläge
369 Baustunden


Die ersten Beschläge sind fertig: Scharniere und Riegel für das Achterluk und das Nockband am Klüverbaum. Die Beschläge wurden mit Messingbeize brüniert.

Die Ösen für die seitlichen Bugwanten, den Klüverausholer und das Wasserstag wurde hart gelötet. Zum Löten verwende ich Silberlot, das nimmt allerdings die Messingbeize nicht an und musste separat mit Neusilber-Schwarzbeize behandelt werden.

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20. Juni - die Beting mit Bratspill
385 Baustunden


Ein weiterer "Eyecatcher" an Deck ist die große Beting mit dem kleinen Bratspill. Es fehlen momentan noch die Stützknie, die die drei bulligen Pfosten nach vorn abstützen.

Das Bratspill dient zum Hieven der Ankerkette. Bedient wird das Spill durch eine Kurbelwelle, über ein kleines Ritzel wird das große Zahnrad angetrieben.

Das Ende Kurbelwelle ist als Vierkant gearbeitet. Die Kurbeln muss ich zwar noch herstellen, allerdings werden sie nicht an der Winde befestigt, um später ein versehentliches Verhaken beim Segeln zu vermeiden.

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Der Klüverbaum kann zum besseren Manövrieren in engen Häfen eingezogen werden. Natürlich auch sehr nützlich beim sicheren Transport des Modells.

Zum Ausfahren des Baums ist im hinteren Teil ein Scheibgatt eingearbeitet. Das eine Ende der Vorhol-Talje ist an einem Augbolzen an der Beting angeschlagen, läuft über das Scheibgat zu einem Block am zweiten Betingpfosten und wird dann auf der Klampe auf dem Klüverbaum festgesetzt. Zur bessern Verdeutlichung habe ich mal provisorisch ein Tau durchgeschoren.

Seitlich am Vordersteven ist die Klüverbaumbrille. Sie führt und fixiert den Baum, da das Schanzkleid allein die erheblichen Kräfte nicht aufnehmen könnte. Zum Schutz vor Beschädigung und ist der Ring der Brille mit Tauwerk bekleidet.

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29. Juni - letzte Arbeiten an der Beting
392 Baustunden


Die noch fehlenden Stützknie und die Sperrklinke sind realisiert, die Beting ist damit fertiggestellt.

Nun geht es mit dem Mast weiter.

Wie schon der Klüverbaum wurde auch der Mast aus Stabilitätsgründen aus mehreren Ramin-Vierkantleisten geklebt und bis auf die Füllhölzer an den Enden hohl gelassen. Das Ganze muss nun wieder in Form gehobelt werden.

Bei meinem sonst immer favorisierten Maßstab von 1:20 bis 1:25, sind die 1:12 bei diesem Modell schon eine ganz andere Nummer und ich bin immer wieder erstaunt, wie "handfest" man bei einem solch großen Maßstab baut. Der Mast ist trotz seiner hohlen Bauweise nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Mit einem Fuß-Durchmesser von 25 mm und eine Gesamtlänge von 1,35 m und wiegt der Rohling immerhin 450 Gramm.

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