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ein wenig Rechercheinfos

In mehreren Quellen wird die Berlin mit einer Rumpflänge von 80 Fuß (ca. 23 m) mit einer Besatzung bis zu 100 Mann angegeben. Sie zählt mit einer Bewaffnung von gerademal 15 Kanonen zu den Leichten Fregatten, wurde aber auf Grund ihrer geringen Bewaffnung in keiner Rangeinteilung von Segelkriegsschiffen klassifiert. In anderen Quelle wird ein Schiffstyp, der im Aussehen der Berlin ähnelte, als Pinassschiff bezeichnet, bei dem es sich eigentlich um ein schwer bewaffnetes Handelschiff handelte.

Die Fregatte Berlin trug auf dem Hauptdeck zehn 4-Pfünder und zwei 3 Pfünder unter dem Backdeck. Auf dem Kampanjedeck zwei 2-Pfünder sowie eine 2-Pfünder in der geschlossenen achterlichen Hütte.

  • Kanonen der Fregatte Berlin (Foto: www.maritiemdigitaal.nl) 
  • Kanonen der Fregatte Berlin (Foto: Schifffahrtsmuseum Amsterdam) 
  • Kanonen der Fregatte Berlin (Foto: Wikipedia) 

Kanonen der Fregatte Berlin (Foto: Schiffsbewaffnung von den Anfängern bis zur Mitte des 19. Jhd., Hinstorff Verlag)

Oft sieht man an Modellen noch zwei Kanonenrohre aus dem Unterspiegel herausragen, das wird allerdings der künstlerischen Freiheit des Modellbauers zuzuschreiben sein. Im Hoeckel-Plan sind hier Gitter zu erkennen, so dass davon auszugehen, dass es sich wohl um ein Art Fenster handeln dürfte.

Bei einigen Modellen der Berlin sieht man "schwer" getakelte Kanonen, teilweise sogar mit zwei doppelt geschorenen Rückholtakeln. Wenn es auch eine recht hohe Detailfülle auf engstem Raum darstellt, ist das allerdings etwas übertakelt, wie man so schön sagt.

Ich werde mich bei der Takelung der relativ leichten Geschütze nach der nebenstehenden Zeichnung richten, mit einem durch die Lafettenbacken geführtem Brooktau sowie zwei Seitentaljen und einer Rückholtalje die jeweils über einscheibige Blöcke geführt werden.


Kanonen aus dem Bausatz

Lafette und Rohr aus Kunststoff. Wenn ich an meine erste Berlin zurück denke, wäre ich auf Wolke 7 gewesen, wenn ich solche Beschlagteile gehabt hätte;-)

Da ich keine Drehbank mehr habe, nehme ich hier einen sog. Scalebausatz eines Zulieferers, der erste Eindruck gefiel mir allerdings nicht wirklich.

Die Länge des Rohrs passte aber die Lafette nicht, wie man im Vergleich mit dem Maßstabsmännchen und der Lafette aus dem Bausatz gut erkennen kann.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Modifikation der Lafetten

Was machen? Hätte ich meine Fräse noch, wäre es gar kein Problem. Also ging ich ganz pragmatisch mit der Idee an die Sache, die originalen Kunststoffteile zu verwenden. Bei Sichtung der Pläne sprach auch nix dagegen, Form und Größe stimmten.

Mit der Proxxon und einem Rundschleifaufsatz habe ich die Räder abgeschliffen, anschließend die Lafette mit Furnierholz geplankt, die Bodenplatte verlängert, abgerundet und anschließend alles verschliffen.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Die Grundkörper der Lafetten für die 12 Hauptgeschütze - noch ungebeizt - sind für die weitere Detailierung fertiggestellt.

Vor dem Schliff mit ein wenig Firniss bestrichen, so dass sich der Schleifstaub in den Spalten absetzen konnte. Wenn die Teile später gebeizt sind, fällt es gar nicht nicht mehr auf, dass der Korpus aus Kunststoff ist.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Achsen und Räder

Aus Zahnstochern wurden die Achsen hergestellt, in Handbohrmaschine eingespannt und für die Bohrung der Räder abgeschliffen.

Für die Räder wurden kleine Holzscheiben mit Hilfe eines Spanndorns rund geschliffen.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Die Räder sind verklebt, in die Achse wird ein Loch für den Radbolzen gebohrt.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Für die Herstellung der Radbolzen mit gleicher Länge habe ich in eine entsprechend dicke Holzleiste mehrere Löcher gebohrt und an ein Holzbrettchen geklammert. Den Messingdraht in das Loch gesteckt und abgekniffen. Wird die Lochleiste entfernt, fallen die Stifte einfach unten raus.

Jetzt nur noch die Enden an einer Trennscheibe planschleifen. Am besten nutzt man eine gebogene Spitzzange. So kann die obere und untere Schleiffläche der Trennscheibe für beide Seiten des Bolzen genutzt werden, ohne umgreifen zu müssen.

Für ähnliche Arbeiten bei denen kleinste Stifte oder Niete gehalten werden müssen, habe ich mir mal eine gebogene Spitzange modifiziert. Eine Zange mit Zangenschnäbel ohne Hieb habe ich ein kleines Loch gebohrt, so hat der Stift sicheren Halt.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Beschläge und Zusammenbau

Die Radbolzen sind angebracht, die Achsen gekürzt, die Schildzapfenpfannen eingearbeitet.

In die Lafettenwand wurde beidseitig ein Loch für die Führung des Brooktaus gebohrt und die Augbolzen für die Seiten- und Rückholtaljen angebracht. Die Augbolzen wurden aus 0,7 mm Messingdraht mit einer feinen Spitzzange gebogen und brüniert.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Die Schildzapfen wurden abgelängt und zusammen mit den Kanonenrohren ebenfalls brüniert. Die Pfannendeckel hatte ich noch in der Grabbelbox, es handelt sich um Fertigteile aus Metallguss.

Nach dem vorläufigem Zusammenbau der Kanonen habe ich noch die Richtkeile angefertigt, die Handgriffe wurden aus einem Zahnstocher in der Proxxon gedrechselt.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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die fertigen Geschütze der Berlin

Es werden 12 Vierpfünder und 2 Zweipfünder in den sichtbaren Bereichen des Modells aufgestellt. Auf die einzelne Kanone in der Hütte wird verzichtet. Die beiden eigentlichen Dreipfünder im Bereich unter dem Backdeck haben die gleiche Größe wie die 10 Hauptgeschütze in der Kuhl.

Im Bericht wurde nicht näher auf den Bau der beiden kleinen Geschütze eingegangen, da sie genauso gefertigt wurden wie ihre großen Schwestern.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Kanonenkugeln

Etwas schwierig gestaltete sich die Suche nach Kanonenkugeln. Ein passendes Kaliber von 1,7 mm konnte nicht gefunden werden. Bleischrot war nur bis 1 mm und dann erst wieder ab 2,5 mm zu bekommen. Glasperlen waren allesamt glänzend und leicht oval oder abgeflacht.

Fündig wurde ich dann bei Onyxperlen mit einem Durchmesser von knapp 2 mm. Zwar minimal zu groß, dafür aber schön rund und natürlich matt. Die 0,5 mm Fadenbohrung sollte sich gut "verstecken" lassen. Auch zwei Fliegen mit einer Klappe, die Küglechen können gleich als Rackperlen genutzt werden.

  • Kanonen der Fregatte Berlin 
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Bauzeit: ca. 36 Std.


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