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Toplaternen bei Steingraeber-Modelle


Auch Lanchia

Ein sehr breit und besonders flach gebautes, großen Flusskähnen ähnliches zweimastiges (seltener dreimastiges) Segelschiff des 19. und 20. Jh. für die Fluss- und Küstenschifffahrt in Mittel- und Südamerika. Der Fockmast stand aufrecht und relativ weit vorn, und der hintere Mast war sehr stark nach hinten geneigt und ragte über das Schiffsende hinaus. An jedem Mast führte das gut segelnde Fahrzeug ein viereckiges Segel. In Brasilien gab es auch Lanchas, die mit 10 bis 18 Riemen an jeder Seite gerudert wurden.

Die Schiffe wurden meistens für Viehtransporte verwendet, bei Personentransporten und zum Schutz für die Besatzung befand sich achtern eine Hütte oder ein Sonnendach. Für die Flussschifffahrt, insbesondere auf Flüssen mit stark wechselnden Wasserständen und verhältnismäßig hohen Strömungsgeschwindigkeiten - wie auf dem Rio Apure - war die flache und leichte Bauweise günstig. Beim Auflaufen auf Untiefen oder auf Sandbänke konnte die Besatzung das Fahrzeug dadurch wieder frei bekommen, dass sie an Deck von Bord zu Bord laufend oder im flachen Wasser stehend, das Schiff in Rollbewegungen brachte.

In Spanien wurden kleine Fischerboote mit 2 Luggersegeln, die für die Haken- und Langleinenfischerei benutzt wurden, als Lancha bezeichnet. Unter der gleichen Bezeichnung gab es auch portugiesische Fahrzeuge mit Lateinsegeln oder trapezförmigen Schratsegeln mit mastfestem Segelhals. Der Schiffstyp war auch an der nordafrikanischen Mittelmeerküste heimisch.


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