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3 Durchzüge Rehlingstützen bei Steingraeber-Modelle


Auch Kompositklipper

Ein Schiff, für dessen Bau Holz und Eisen oder Stahl in kombinierter Bauweise verwendet wurde. Etwa in der Zeit um 1820 begann man zögernd, für einige Bauteile des Schiffskörpers Eisen zu verwenden. Ursachen für den relativ späten und allmählichen Übergang zum Eisen als Schiffbaumaterial dürften in der begrenzten Verfügbarkeit, den notwendigen weitgehenden Umstellungen der Werftausrüstungen und Arbeitsverrichtungen, der hochentwickelten konkurrierenden Holzbauweise und dem geringen Nutzen für kleinere Segelschiffe bestanden haben.

Um 1820 verwendete erstmalig der Engländer R. SEPPINGS eiserne Eckverbindungen, die sogenannten Kniebänder oder Kniebleche für Holzbalken zusätzlich zu den seit längerer Zeit üblichen Nägeln, Nieten, Schrauben, Laschen, Ringen, Ösen und anderen kleineren Beschlägen und Verbindungselementen. Danach entstanden verschiedene Varianten der Kompositbauweise. Entweder wurden Kiel, Spanten und Decksbalken aus Eisen gebaut und die Außenhaut und die Decks weiterhin mit Holz beplankt, oder es wurde die hölzerne Außenhautbeplankung wegen der besseren Dichtigkeit und zum Schutz gegen Fäulnis und Wurmfraß durch Eisenplatten ersetzt, dann waren die Spanten zunächst noch weiter aus Holz. Da erst in der Jahrhundertmitte das Holzbiegen mit Dampfwärme gebräuchlich wurde (vorher konnte Holz nur über offenem Feuer erwärmt gebogen werden), naturgewachsene Krummhölzer nur begrenzt zur Verfügung standen, die Eisenproduktion aber ständig stieg, setzte sich der Eisen- und Stahlschiffbau auch im Segelschiffbau bei größeren Segelschiffen durch. Der härteste Wettbewerb zwischen dem traditionellen Holzbau und dem Kompositbau entwickelte sich zwischen den amerikanischen und englischen Klipperschiffswerften zu Beginn der zweiten Jahrhunderthälfte.

Bei den leichten Schnellseglern wirkte sich jede Verringerung der Schiffseigenmasse, jede schärfere Linienführung und jede Stabilitätsverbesserung besonders stark auf die Segeleigenschaften aus. Begünstigt durch die unmittelbare Nutzung des englischen Vorsprungs in der Stahlerzeugung und -verarbeitung überflügelte der englische Schiffbau bald seine amerikanischen Konkurrenten. Aus dieser Zeit ist der 1869 in Dumbarton (Schottland) gebaute Kompositklipper "CUTTY SARK" erhalten geblieben.


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