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Die Sage vom fliegenden Holländer von 1841

Der fliegende Holländer, ein "leibhaftiger" Holländer, hieß Bernard Fokke und lebte zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Er war ein unternehmender Seemann, der, ohne sich an Wind und Wetter zu kehren, immer mit vollen Segeln durchfuhr. Er hatte eiserne Stangen auf den Masten, damit dieselben bei starkem Winde nicht über Bord wehen konnten, und legte bereits damals die Reise von Batavia nach Holland (1678) in 90 Tagen zurück, während er innerhalb acht Monaten die Hin- und Zurückreise machte. Zu seiner Zeit, wo die Schiffer den Weg nach Ostindien und die auf dem Weltmeer herrschenden Winde und Strömungen noch nicht so genau kannten, als jetzt, - wo der vorsichtige Steuermann, sobald der Abend zu dunkeln anfing, die Segel einzog, und wo daher die Dauer einer gewöhnlichen Reise von Holland nach Java auf mehr als gegenwärtig die Hin- und Zurückreise geschätzt wurde - zu jener Zeit kann es nicht befremden, dass so unglaublich schnelle Reisen, wie die vom Schiffer Fokke, übernatürlichen Ursachen zugeschrieben wurden.

Die einen nannten ihn einen Zauberer, Andere sprachen von einem Bund mit dem Bösen und dergleichen. Dieser Glaube wurde noch gestärkt durch Fokke's ganz ungewöhnliche Größe und Körperkraft, durch ein höchst abschreckendes Äußere und ein rohes zurückstoßendes Benehmen, so wie seine Gewohnheit, bei den geringsten Hindernissen fürchterlich zu fluchen.

Als er nun zum letzten Mal den Hafen verlassen hatte und man nichts mehr von ihm hörte, so hieß es: er sey des Teufels Beute geworden, welcher ihn zur Strafe für seine Sünden verurteilt habe, auf ewig mit seinem Schiffe zwischen dem Kap der guten Hoffnung und der Südspitze von Amerika herumzukreuzen, ohne jemals einen Hafen besuchen zu dürfen.

Von diesem irrenden Schiffe wussten im vorigen Jahrhundert fast alle Seefahrer der indischen Meere zu erzählen. Mancher Schiffer war des Nachts von dem verzauberten höllischen Schiff angerufen worden und hatte es deutlich gesehen; die Mannschaft am Bord desselben bestand nur aus dem Capitain, dem Bootsmann, dem Koch und einem einzigen Matrosen, alle steinalt und mit langen Bärten.

Jede an sie gerichtete Frage blieb unbeantwortet, indem sie zur Folge hatte, dass das Schiff augenblicklich verschwand. Bisweilen wurde das Gespensterschiff auch am Tage gesehen und öfters hatten Waghälse sich erkühnt, mit einer Schaluppe an Bord desselben zu gehen; allein sobald sie es erreicht hatten, entschwand es wieder den Blicken.

Das Andenken des Schiffes Fokke wurde lange nach seinem Verschwinden durch eine eherne Bildsäule bewahrt, welche ihm auf der Insel Kuiper errichtet wurde, an einer Stelle, wo sie von allen Schiffen, welche vor der Reede von Batavia segelten, ins Auge fallen musste. Dieses Monument wurde von den Engländern, als sie im Jahre 1811 Java erobert hatten, von der Kuiperinsel weggenommen.


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