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4 Durchzüge Relingsstützen bei Steingraeber-Modelle


Die Fleute stellt im Gegensatz zu anderen Schiffen, die nur Weiterentwicklungen der Galeone waren, einen völlig neuen Schiffstyp dar. Das erste Mal wurde sie im Jahre 1595 in den Niederlanden gebaut. Aufgrund ihres guten Gebrauchswertes, verbreitete sie sich auch in anderen Staaten, ja sogar im Mittelmeerraum. Nach der Kogge war sie der zweite Schiffstyp des Nordens, der den Völkern des Mittelmeeres als Vorbild diente. Die Fleute war das beste und meistverbreitete Handelsschiff im 17. Jahrhundert. Sie entstand durch allmähliche Vergrößerung aus kleinen Küstenschiffen. In erster Linie aus dem Bojer. Dabei wurde das Sprietsegel, das auf dem Bojer sehr leicht bedient werden konnte, nicht übernommen.

Trotzdem ließen sich die Segel auf der Fleute viel leichter handhaben als auf der Galeone. Die Fleute verfügte nämlich über verhältnismäßig hohe Masten, so dass die Segel schmaler und höher waren und kürzere Rahen hatten. Auf den nicht-niederländischen Fleuten, wie z.B. auf der Brandenburger Fleute "Derfflinger", waren die Rahen breiter als auf der Galeone. Die Fleute hatte einen geringen, den niederländischen flachen Häfen angepassten Tiefgang. Das typische Merkmal der Fleute waren der gewölbte Rumpf an der Wasserlinie und seine Verengung in Höhe des Decks. So bekam das Schiff seine bauchige Form mit einem für sie typischen abgerundeten Heck. Das Länge-Breite-Verhältnis der Fleute betrug etwa 4,6: 1, demnach war es ein schlankes Schiff, wobei die hohen Masten und die schmalen Segel diesen Eindruck verstärkten. Das Deck stieg in Richtung Heck an und wurde mit einem Aufbau und einer schmalen Heckwand abgeschlossen. Die Ruderpinne führte durch eine ovale Öffnung, durch die auch Waren länglichen Formats verladen werden konnten. Mit der Zeit wurde die Ruderpinne auf der Fleute von einem Steuerrad abgelöst, so dass die Fleute das erste Schiff mit diesem neuen Steuertyp war. Der abgerundete Bug der Fleute glich anfangs dem des Bojer, er hatte aber noch keinen Galion, der erst später aufkam. An den beiden Vormasten trug die Fleute zwei Rahsegel, auf dem Achtermast ein Rah- und ein Lateinersegel und auf dem Bugspriet eine Blinde. Später bekam die Fleute ein drittes Rahsegel und der Bugspriet eine Oberblinde.

Es gab auch spezielle Walfänger-Fleuten, die ein gerades Deck ohne Aufbauten und an beiden Seiten Fangboote hatten.


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