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Wenn Aufbauten aus Holz auf Hochglanz lackiert werden sollen, dann ist das eine sehr langwierige Prozedur und es ist Ausdauer gefragt. Gerade bei Mahagoni, teilweise ein Holz mehr sehr grober Struktur, muss immer wieder lackiert und geschliffen werden. 10 oder mehr Lackschichten sind keine Seltenheit. Nur so ist ein perfektes Finish und eine Langzeitkonservierung zu erreichen.

Wird der Lack dick und in wenigen Schichten aufgetragen, kann dieser nur schwer in das Holz einwirken, verbleibt zu großen Teilen an der Oberfläche und härtet dort aus. Über kurz oder lang und durch Einwirkung von Wasser, Temperaturunterschiede oder anderen Umwelteinflüssen, bilden sich feinste Haarrisse oder die Lackschicht platz ganz einfach ab. Gerade durch die ''Überwinterung'' in der heimischen Stube oder im Keller mit sehr geringer Luftfeuchte ist der Unterschied beim nächsten Einsatz auf dem Modellteich erheblich.

Für die Lackierung werden langsam trocknende Lacke benötigt, z.B. Bootslack, Kunstharzlack, G4 oder G8. Es gibt kein Allheilmittel-Rezept und es bleibt reine Ansichtssache. Ein gute Lackierung lässt sich mit ''normalen'' Kunstharzlack genauso erreichen, wie mit einer teuren G8-Lackierung. Der Lack aus dem nächsten Baumarkt ist preislich wesentlich günstiger, es gibt ihn schon in Gebinden ab 250 Gramm und er lässt sich in der Regel mit Terpentinersatz verdünnen.

Achte beim Kauf auf die Eigenschaften: Seewasser-, Alkohol- und Wetterbeständig, dann kann man nicht viel falsch machen.

Zwischen den einzelnen Lackierungen werden mindestens zwei bis drei Tage Austrocknungszeit benötigt, besser wäre sogar eine komplette Woche. Vor jeder Lackschicht sollte ein Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier durchgeführt werden. Anfängling um den altbekannten ''Sandpapiereffekt'' und bei späteren Lackschichten Unebenheiten, wie z.B. ''Lacknasen'' zu entfernen.

Beim Anschleifen der Lackschicht, sollte sich ein feiner weißer Schleifstaub bilden. Setzt sich das Schleifpapier zu schnell zu, bilden sich sog. ''Popel'' oder der Schleifvorgang schmiert, dann ist der der Lack noch nicht durchgetrocknet. Ein Geruchstest hilft weiter. Das Holz sollte ''fast'' neutral und nicht mehr nach Lösungsmitteln riechen. Dann ist der Lack gut durchgetrocknet, lässt sich hervorragend schleifen und ist ''reif'' für die nächste Schicht.

Eine fortschreitende Lackierung und Sättigung des Holzes lässt sich sehr einfach erkennen. Streiche mit der Hand über die Holzoberfläche. Solange der ''Sandpapiereffekt'' auftritt, zieht das Holz immer noch Lack und ist nicht gesättigt. Dieser Effekt tritt ganz einfach durch die Kapillarwirkung des Holz auf. An der Stelle, an der der Lack in das Holz gesogen wird, bildet sich an der Oberfläche eine kleine Luftblase die austrocknet.

Mit zunehmender Sättigung fühlt sich die Oberfläche ''weich'' und glatt an.

Die ersten Lackschichten sollten mit mindestens 50 % verdünntem Lack vorgenommen werden, so kann der Lack tief ins Holz eindringen, bevor die Austrocknungsphase beginnt.

Lackiert wir solange, bis die letzte Lackschicht ein komplett geschlossen Versiegelung bildet und den Anschein einer Kunststoffoberfläche erweckt. Jegliche Unebenheit gibt sich sofort zu erkennen. Ein Kontrollblick gegen ein Lichtquelle hilft hierbei ungemein.

Ich habe mir angewöhnt, Holz zu erst mit Firnis zu behandeln und im feuchtem Zustand zu schleifen. Das hat den Vorteil, dass durch den Schleifrückstand eventuelle größere Fugen verschlossen werden, die sonst später auch durch die beste Lackierung nicht ''unsichtbar'' werden.

  • 1. Schicht Firnis feucht schleifen, um Fugen und Ritzen mit Schleifrückständen zu verschließen
  • 2. bis 5. Schicht 50 % verdünnt, Zwischenschliff mit 300er Körnung
  • 6. bis 8. Schicht 20 % verdünnt, Zwischenschliff mit 600er Körnung
  • jede weitere Schicht unverdünnt, Zwischenschliff mit mindestens 600er Körnung
  • Finish wenn möglich mit Airbrush

Wichtig ist auch die Lackierung der Aufbauten im Inneren und an den Unterseiten, sollten die aus Sperrholz gebaut sein. Oft wird dies vergessen oder nur ungenügend ausgeführt. Das führt schnell dazu, dass an den Auflagenflächen auf dem Deck Wasser aufgesaugt wird und sich die einzelnen Holzschichten voneinander lösen.

Details wie Bullaugen, Handläufe, Türen und Schiebeluks sollten erst nach dem Abschluss der Lackierung angebracht und separat lackiert werden, um scharfe Aufsatzkanten zu erhalten. Andernfalls bildet der Lack unschöne ''Hohlkehlen''.

  • nach der 3. Lackschicht - noch ist deutlich die Struktur des Holzes zu erkennen 
    nach der 3. Lackschicht - noch ist deutlich die Struktur des Holzes zu erkennen
  • nach der 8. Lackschicht - noch nicht perfekt, aber der Unterschied ist deutlich zu erkennen. 
    nach der 8. Lackschicht - noch nicht perfekt, aber der Unterschied ist deutlich zu erkennen.

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