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Schön, wenn ein Schiff aus der Werft kommt und alles glänzt, die Farbe leuchte noch ganz frisch - keine Staubkörnchen ist zu sehen. Alle Messingbeschläge glänzen wie reines Gold.

Nun, das entspricht nicht der Realität bzw. einem Original. Dort rostet alles, was nicht niet- und nagelfest ist - und alles andere rostet auch;-)

Wer es nicht glaubt, sogar Messing rostet, zwar nicht so stark wie normales Eisen, aber es rostet - immer hin.

Es soll sogar Leute geben, die setzen sich stundenlang mit Pinsel und Farbe hin und imitieren Roststellen, mehr oder weniger gut gelungen. Schnell kann es hier zu extremen ''Entstellungen'' kommen und es sieht auch nicht aus, wie bei einem Original. Dann schon lieber alles blitze blank...

... oder man hilft dem ein wenig mit unkonventionellen Mitteln auf die Sprünge.

Da gibt es eine Möglichkeit:... Schiffchen fahren... und warten... und fahren... und warten...

Aber was hat das nun mit der Verwandlung eines Messingpropellers zu tun?

Normalerweise sind die Schiffsschrauben von originalen Schiffen nicht aus Messing, sondern aus Bronze. Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Durch Anteil an Kupfer passiert es, das sich die Schrauben nach längerer Zeit verfärben und ''Grünspan ansetzen'' und dies wollte ich an einem Modell nachbilden.

Leider gibt es im Handel keine Bronzepropeller.

Deshalb griff ich zu einer ganz einfachen Lösung - dem Elektrolyse-Verfahren.

Dazu wurde in eine Schüssel Wasser gefüllt und mit reichlich Salz versetzt. Salzwasser leitet ja bekanntlich den Strom besser.

Dann nahm ich ein kleines altes Steckernetzteil und lötete ein Stück Kupferblech an den Pluspol. Den Minuspol befestigte ich am Propeller. Beide Teile legte ich dann in die Salzlauge, ohne das sie sich berührten.

Wichtig ist, dass am Kupferblech der Pluspol angeschlossen wird. Es wurde mit einer Spannung von etwa 4 V gearbeitet.

Nach ein paar Sekunden stiegen an dem Propeller Blasen auf, eine Zeichen, das die Elektrolyse voll im Gange war. Falsch ist, wenn am Kupferblech die Blasen aufsteigen, dann muss man die Pole wechseln.

Der ganze Vorgang dauerte ungefähr eine Viertelstunde. Dunkle Verfärbungen am Messing waren zu erkennen. Nach dem ich den Propeller mit einem Lappen gesäubert hatte, konnte man deutlich die kupferne Farbe sehen. Die Salzlauge hatte sich rostbraun gefärbt.

Anfangs berichtete ich ja über Rost. Das ist nun der nächste Schritt - die Alterung des Propellers. Dazu wird wieder eine Salzlauge angesetzt. Hier wird der Propeller mehrmals in diese Lauge getunkt und an der Luft wieder getrocknet.

Innerhalb von etwa zwei Tagen sind deutliche ''Gebrauchsspuren'' zu erkennen. Der Propeller sieht fast aus, wie nach 10 Jahren ''Schwerstarbeit''. Allerdings muss die ganze Sache noch mit mattem Klarlack fixiert werden, damit sich die abgelagerten Salzkristalle nicht gleich beim nächsten Kontakt mit Waser wieder auflösen.

Hier das Ergebnis:

  • Polieren des Messingpropellers 
    Polieren des Messingpropellers
  • Elektrolyse mit Kupfer 
    Elektrolyse mit Kupfer
  • Behandlung mit Salzlauge 
    Behandlung mit Salzlauge

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