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Wie schließt man eigentlich einen Elektromotor richtig an, also wo Plus und wo Minus.

In der Regel werden Motoren, egal ob Verbrenner oder Elektro und egal welche Größe und Bauart, ob nun PKW-Motor oder Schiffsdiesel so konstruiert, dass sie ihre optimale Leistung im Rechtslauf haben.

Einen Hinweis warum das so ist, habe ich von einem netten Modellbaukollegen erhalten: "Am Anfang unserer automobilen Zeit mussten die Motoren mittels Handkurbel in Betrieb genommen werden. Da die meisten Menschen im rechten Arm mehr Kraft haben und auch mehr geschickter sind, ging es deshalb rechts rum. Deswegen war auch die Lenkung anfänglich links, weil die Schaltung und die Handbremse aus dem gleichen Grund rechts außerhalb angebracht waren."

Da die eigentliche Aufgabe eines Motors darin besteht, eine Sache in Bewegung zu versetzen, um z.B. einen Weg zurück zu legen, so ist auch die richtige Drehrichtung so anzuwenden, dass sie die jeweilige Sache vorwärts befördert wird.

Um die richtige Drehrichtung zu ermitteln, schaut man auf die ''Vorderseite'' des Motors, also die Seite, auf der die Welle rauschaut, um es mal ganz simpel auszudrücken. Allgemeine auch die "Kraftabgebende Seite" genannt. Die Welle sollte sich dann im Uhrzeigersinn drehen.

In Bezug auf den Modellbau und den Einsatz von Standard-Elektromotoren hat man so einen Bezugspunkt und man kann nicht viel falsch machen.

Also gilt erst einmal: den Motor in ein Schiffsmodell so einbauen und anschließen, dass sich das Schiff nach vorn bewegt, wenn sich der Motor und natürlich somit auch der Propeller von hinten gesehen rechts herum im Uhrzeigersinn dreht.

Sicherlich gibt es auch immer wieder welche, die vertreten die Meinung: ''es ist sowieso wurscht''. Nun gut, kann man akzeptieren. Wenn man der Meinung ist, man fährt mit einem linksdrehenden Motor, wird es diesem wohl kaum schaden und wenn doch, baut man eben einen neuen Motor ein, das bezahlt man heute aus der Portokasse.

Aber dann, wenn Präzision und höhere Beanspruchungen gefordert sind oder zumindest höherwertige Technik zum Einsatz kommt, sollte man sich schon nach den Empfehlungen der Hersteller richten.

Der Motor ist quasi auf die vom Hersteller gewollte Drehrichtung optimiert. Der Motor entwickelt so seinen optimalen Wirkungsgrad. Es kann also sein, das ein ''falsch'' drehender Motor nicht die volle Kraft entwickelt und dann sogar etwas weniger Umdrehung unter Volllast aufweist.

Heutige Standard-Speed-Motoren sind teilweise so hochgezüchtet, das sie mit weit mehr als 10.000 U/min betrieben werden. In dem Fall, dass ein links- und ein rechtsdrehender Motor benötigt wird, wie z.B. bei Schiffsmodellen mit mehreren Propellern, wird der minimale Leistungsverlust des einen Motors aber wahrscheinlich gar nicht ins Gewicht fallen.

Also, wie schon erwähnt, der Motor wird es nicht übelnehmen, wenn er zur linken Fraktion ''degradiert'' wird.

Ich gehe mal davon aus, derjenige, der Wert auf die detailgetreue Ausführung seines Schiffsmodells wert legt, wird sich auch bei der Drehrichtung an das entsprechende Vorbild halten.

Kommen wir aber zum eigentlichen Thema zurück. Woran erkenne ich denn nun, wo ich jeweils den Plus-/Minus-Pol anschließen muss?

Wenn man mal die Rückseite des Motors betrachtet, also die Seite wo die Anschlüsse sind, ist oftmals an einem Anschluss eine Markierung angebracht. Diese Markierung bedeutet: Hier wird der Plus-Pol angeschlossen.

Es kann sogar vorkommen, dass ein Pfeil die Drehrichtung des Motors anzeigt.

Manchmal fehlt diese Markierung, dann geht man wieder davon aus, ein Motor dreht sich im Regelfall rechts rum.

Hier mal einige Beispiele:

Motor richtig anschließen 
Bei diesem Motor ist es eindeutig, Hier gibt es nichts zu sagen, wie auch...
Motor richtig anschließen 
... bei diesem Motor.
Motor richtig anschließen 
Eine oft verwendete Markierung. Roter Punkt = Plus-Pol
Motor richtig anschließen 
Manchmal ist es etwas schwieriger, wie in diesem Beispiel. Eine kleine Kerbe, ein eingestanzter Punkt oder eine ähnliche Markierung.

Man kann dann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass hier der Plus-Pol gemeint ist, so wie...
Motor richtig anschließen 
... auch in diesem Beispiel.
Motor richtig anschließen 
Hier ähnlich, aber zusätzlich noch einmal durch den Hersteller rot eingefärbt.
Motor richtig anschließen 
Hier und...
Motor richtig anschließen 
... hier jeweils ein Beispiel, bei dem die Entscheidung schwer fällt.

Aber wie schon erwähnt, den Motor dann so anschließen, dass er nach rechts dreht.

In der Regel handelt sich dann um sog. Noname-Produkte, was nicht heißen soll, dass sie von schlechterer Qualität sind.

Es lohnt sich auch einmal das Gehäuse oder die Vorderseite des Motors zu untersuchen. Möglichweise ist irgendwo noch ein kleiner Pfeil angebracht, der die richtige Drehrichtung anzeigt.


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