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Die Kalfaterung ist die Abdichtung der Fuge zwischen zwei Planken, was bei einem Holzdeck durch dunkle "Striche" sofort ins Auge fällt.

Wurden die Fugen früher mit Werk oder Baumwolle verschlossen und mit Teer oder Pech versiegelt, benutzt man heute synthetische und elastischen Dichtungsmassen, wie z.B. Sikaflex.

Jedes Modell-Holzdeck, sollte eine nachgebildete Kalfaterung haben, sie lässt sich mit den verschiedensten Methoden auch noch in der kleinen Maßstäben nachbilden.

Die fünf verbreitetsten Methoden sind:

  • Pappe- oder Papierstreifen
  • Garn oder Zwirnsfäden
  • Furnierstreifen
  • Holzpaste oder eingefärbtes Epoxidharz
  • Sikaflex

Nach mehreren Decks ist die Papp-Methode mittlerweile die von mir favorisierte Methode.

Pappe und Papier gibt es in jedem Schreibwarengeschäft in unterschiedlichen Stärken von 0,1 bis 0,4 mm, damit deckt man gut und gern einen Maßstabsbereich von 1:20 bis 1:200 ab. Baut man in eine größeren Maßstab und benötigt eine entsprechend breitere Fuge, werden die Leisten wie diesem Fall nach dem Schneiden auf der anderen Seite noch einmal beklebt.

Und so werden die Leisten vorbereitet:

Kalfaterung mit Pappe

Bei einer schwarzen Kalfaterung ist mir der Farbkontrast zu den hellen Decksleisten immer zu groß, deshalb nutze ich gern graue Pappe, das ergibt später nach der Firnisbehandlung einen Farbton in Richtung anthrazit.

Gehe ich davon aus, dass die Fuge zwischen den Planken im Original etwa 1 cm beträgt, verwende ich Pappe mit einem Stärke von 180 g/m², was der Dicke von 0,2 mm enstpricht und z.B. für den Maßstab 1:50 sehr gut passt. Die Pappe einfach 10 x falten, die Dicke des "Pakets" messen und das Ergebnis durch 10 teilen. So erhält man die Papierstärke.

Ich schneide die Leisten mit etwas Überlänge zu.

Ein paar Leisten werden mit Klammern fixiert, ein Streifen Pappe mit verdünntem Holzleim eingestrichen und das Leistenpaket auf die geleimte Pappe gedrückt. Die Klammern sind nur dazu da, dass sich das Leistenbündel einfacher auf die Pappe legen lässt, sie werden dann gleich wieder entfernt.

Die Pappe wird nun auf mittlerer Stufe aufgebügelt, der Leim bindet so recht schnell an.

Noch im warmen Zustand lege ich die Leisten auf ein Rundholz oder dicken Filzstift und spreize so die Leisten auseinander damit diese nicht untereinander verkleben. Das hat sich aus der Erfahrung für die nächsten Arbeitsschritte als wichtig erwiesen.

  • Kalfaterung mit Pappe 
  • Kalfaterung mit Pappe 
  • Kalfaterung mit Pappe 
  • Kalfaterung mit Pappe 

Die überstehende Ränder der Pappe werden an alle Seiten mit einem Klingenmesser entfernt. Man erhält so einen sauberen Leistenblock.

  • Kalfaterung mit Pappe 
  • Kalfaterung mit Pappe 

Nun nimmt man eine halbe Rasierklinge, spreizt die Leisten etwas auseinander und steckt die Klinge in den Zwischenraum, stellt das ganze Paket auf die Stirnseite und zieht mit beiden Händen die Klinge nach unten.

Das geht normaler butterweich. Ist dem nicht so, dann sind die Leisten doch verklebt. Nicht mit Gewalt drücken, sondern Klinge rausziehen und von der anderen Stirnseite nochmals probieren, das funktioniert dann überlicherweise.

Drückt man weiter ohne die Klinge zu wechseln passiert es, dass die in einer der Leisten geschnitten wird. Deshalb ist das Spreizen gleich nach dem Kleben so wichtig.

Ist es doch mal problematisch, einfach mit der stumpfen Seite des Klingenmessers versuchen die Leisten zu trennen.

  • Kalfaterung mit Pappe 
  • Kalfaterung mit Pappe 
  • Kalfaterung mit Pappe 
  • Kalfaterung mit Pappe 

Man erhält so sehr sauber beschichtete Leisten und der überlicherweise anfallende dunkle Schleifstaub beim Glätten des Decks hält sich in Grenzen.

  • Kalfaterung mit Pappe 
  • Kalfaterung mit Pappe 

Beispiele von fertigen Decks

  • Kalfaterung mit Pappe 
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  • Kalfaterung mit Pappe 
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