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Dieser Artikel ist beim Bau des Hafenschleppers Saturn der Fa. Graupner alias Dampfschlepper Albert entstanden.

Auf kleinen Dampfschleppern, Fischerbooten usw. sieht man oftmals kleine handbetriebene Ankerwinden. Sie dienten nicht nur zum Ankern sondern auch zum Anlegen, Verholen oder zur Bedienung kleiner Ladebäume.

Manchmal konnte das Ritzel auf der Kurbelwelle durch das Entfernen eines Arretierungsbolzen in der Längsachse verschoben werden, so dass zwei unabhängige Funktionen bedient, oder verschiedene Getriebeübersetzungen gewählt werden konnten.

War dieser Arretierungsbolzen nicht vorhanden, entfernte man einfach die Kette aus der Kettennuss und die Winde konnte für andere Aufgaben eingesetzt werden.

In der Regel sind die Handkurbeln abnehmbar und konnten bei Nichtgebrauch der Winde verstaut werden.

klassische Ankerwinde 
Eine handbetriebene Winde auf einem Fischerboot.
klassische Ankerwinde 
Gut zu erkennen, der einfache aber doch effektive Aufbau solch einer Winde.
klassische Ankerwinde 

Hier kann man sich gut die Funktionsweise des Arretierungsbolzen vorstellen. Er ist oben auf der Quertraverse einfach in eine Halterung eingesteckt und wird durch die Nuten auf der Kurbelwelle in Position gehalten.

Links sieht man das kleine Ritzel ohne Funktion.

Der Bolzen wird einfach nach oben herausgezogen, die Kurbelwelle nach links verschoben und der Bolzen dann wieder eingesteckt. Er fasst somit in die andere Nut, das linke Ritzel ist jetzt in ''Betrieb'', das rechte Ritzel läuft frei.

klassische Ankerwinde 
Am Beispiel einer Ankerwinde eines Dampfschleppers kann man gut erkennen, wie viele Einzelteile in solch einer Winde eigentlich stecken: großes Zahnrad, Ritzel, Kurbeln, Bandbremse, Sperrkranz, Kettennuss, Spillkopf usw. alles in allem 55 Teile.
klassische Ankerwinde 

Die Bandbremse ist funktionstüchtig.

Beim Nachbau in größeren Maßstäben können auch kleinste Details dargestellt werden, wie z.B. der Splint am Kurbelgelenk.

klassische Ankerwinde 
Die Winde ist zusammengebaut.
klassische Ankerwinde 
Blick auf die Kettennuss und die dahinter liegende Rücklaufsperre mit Sperrkranz und Sperrklinke.
klassische Ankerwinde 

Man beachte die einfache und doch effektive Befestigung der Handkurbel.

Es wurden Sechskantschrauben mit 1,2 mm Gewinde verwendet. Auch funktionstüchtig sozusagen, man könnte die Schrauben jederzeit wieder raus drehen, da ich in die Kurbelachse ein entsprechendes Innengewinde geschnitten habe.

Die Handgriffe der Kurbeln sind Messinghülsen und ebenfalls ''gängig''.

klassische Ankerwinde 

Blick auf die Spillkopfseite.

Zahnrad und Ritzel sind aus Kunststoff, mit schwarzem Permanentmarker ''lackiert'' und stammen aus der Restekiste. In das große Zahnrad sind Speichen eingefräst (sieht man oben auf dem einen Bild noch genauer).

Links neben dem Zahnrad, die Trommel der Bandbremse.

klassische Ankerwinde 
Noch einmal die Bandbremse aus nächster Nähe.
klassische Ankerwinde 
Die Kettennuss mit Rücklaufsperre in der Großaufnahme.
klassische Ankerwinde 

Die Ankerwinde hat noch ein paar Sockelprofile erhalten. Kleine Messingstifte imitieren die Nietverbindung. Die Winde wurde brüniert und ist nur fertig.

Es sind noch ein paar Lötzinnreste zu erkennen, die nicht durch die Messingbeize eingefärbt werden. Hier hilft schwarzer Permanentmarker wahre Wunder.

klassische Ankerwinde 
Durch die Brünierung bleibt der Metallcharakter sehr gut erhalten. Dies würde man mit einer Lackierung nur schwer erreichen.
klassische Ankerwinde 
Die Brünierung ist abriebfest und man erreicht sogar einen gewissen Alterungseffekt.

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