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die Reepmaschine

Zur Herstellung der Seile für das stehende und laufende Gut habe ich mir eine Reepmaschine zugelegt und eine Tampenkarte mit allen notwendigen Taustärken angefertigt.

  • stehendes und laufendes Gut der Fregatte Berlin 
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Für die Herstellung der Seile verwende sog. Polyester-Overlockgarn mit 120er oder 140er Stärke. Ich hole mir immer Konen mit mehreren tausend Fadenmeter, so dass ich ausreichend Reserve habe. Für die Herstellung eines 1-Meter-Seils mit einem Durchmesser von 1 mm werden pro Kardeele etwa sechs Einzelfäden benötigt. Da durch das Zusammendrehen der Fäden mit einer Verkürzung von fast 30% zu rechnen ist muss die Fadenlänge ca. 1,3 m betragen, was einem Gesamtbedarf von etwa 24 m Faden entspricht. Mit einer handelsüblichen Garnrolle käme ich nicht weit.

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Leider habe ich diesmal ein sehr fusseliges Garn "erwischt". Ich behelfe mir zwar damit, dass ich die Fusseln am fertigen Seil einfach mit dem Feuerzeug abrenne, jedoch schmoren dünne Leinen recht schnell durch.

Nach einem Tipp bin ich auf Gütermann Mara (mitteres Bild) ausgewichen, weil es so gut wie fusselfrei ist.


stehendes Gut

Wenn man Wanten am Modell spannt kann es passieren, dass diese Spannung mit der Zeit nachlässt und die Taue dann durchhängen, wie man auf dem Bild eines 30 Jahre alten Modells gut erkennen kann.

Deshalb habe ich die Seile schon in einer recht frühen Bauphase gereept und mit einem Gewicht beschwert aufgehängt. Wie Recherchen ergaben, wurde das vorherigen Recken auch im Original genutzt. Dem Zitat folgend "bis die Seele brach", wurde hier wohl recht heftig gestreckt.

Aus RC-Segler-Zeiten hatte ich noch feines Bleischrot für Kielballast, was ich in Plastiktüten abgefüllt und an die Seile gebunden habe. Noch werde ich zu diesem Zeitpunkt einige Zeit benötigen bis die Takelage an die Reihe kommt, so können sich die Wanten und Stage in Ruhe recken.

  • stehendes und laufendes Gut der Fregatte Berlin 
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Das stehende Gut, bestehend aus 52 Taue der verschiedensten Funktion, habe ich an einem Wochenende in einem Rutsch komplett gereept und dann aufgehängt.

Für die notwendigen Taustärken habe ich meine verschiedenen Quellen konsultiert, einen detaillierten Takelplan als Excel-Liste erstellt und entsprechend für die benötigten Taue ca. 70-80 cm lange Abschnitte angefertigt. Die dazu benötigten Einzelgarne mit einer Länge von etwa 1 Meter ließen sich mit der manuellen Reepmaschine am besten händeln.

Für folgenden Taue:

  • Bugsprietzurring
  • Wuhlinge
  • Stage
  • Wanten
  • Taljereeps
  • Webeleinen
  • Hahnepotten
  • Pardunen
  • Seitentakel
  • Hanger

habe ich folgende Seile angefertigt:

  • 11 m 0,3 mm
  • 14 m 0,4 mm
  • 6 m 0,5 mm
  • 5 m 0,6 mm
  • 10 m 0,7 mm
  • 5 m 0,8 mm
  • 5 m 0,9 mm
  • 1 m 1,5 mm
  • 1 m 1,7 mm

Dafür wurden ca. 600 laufende Meter Garn verarbeitet. Verwendet wurde Gütermann Garn Farbcode 671 (dunkels Braun) ausschließlich mit 120er Fadenstärke.

Das dünnste Tau welches ich damit fertigen kann, hat einen Durchmesser von 0,3 mm. Für die Webeleinen z.B. bräuchte ich eigentlich 0,2 mm. Da mit bloßem Auge aber gar keine Struktur des Taus mehr zu erkennen ist, verzichte ich auf derart dünne Seile und beginne im Weiteren erst bei 0,3 mm.

Bei den benötigten Taustärken runde ich immer auf volle Zehntel und lasse ggf. einen Faden pro Kardeele weg oder reepe einen zusätzlich ein, um mich dem gewünschten Durchmesser zu nähern.


laufendes Gut

Auch für das laufende Gut habe ich einige Seile zum Recken aufgehängt, u. A. Taue die später mal unter permanenter Spannung gehalten werden sollen, wie z.B. die Fallen, Racks, Läufer, Kardeele, Takel und Strecktaljen.

Hierfür wurden 132 laufende Meter Garn mit Farbcode 4773 (beige) benötigt.

Für das laufende Gut habe ich die Garnstärken 30, 50, 100, 120 und 220 in Benutzung um entsprechend flexibel die notwendigen Stärken reepen zu können. Ein Übersicht der Tau die mit diesen Garnen gereept werden können, findet man hier.


Bauzeit: komplettes stehendes Gut reepen ca. 14 Std.


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