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Am vorderen Ende des Bugspriets stand der Sprietmast, an dem das Oberblindesegel und etwa mittig unter dem Bugspriet das Blindesegel angeschlagen wurde.

Das Rundholz für den Sprietmast habe ich mit der Proxxon-Drechselbank angefertigt und entsprechend nach außen verjüngt.

Während sich der Bugspriet gut mit Drechseleisen bearbeiten ließ, läuft der Sprietmast jedoch recht dünn aus. Dafür habe ich mir ein Stück Sperrholz mit Schleifleinen beklebt, ein Sperrholzbrettchen auf die Werkzeugführung der Drechselbank gelegt und den Mast dann mit dem Schleifbrett bearbeitet.

  • Sprietmast der Fregatte Berlin 
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der Sprietmast

Am vorderen Ende des Bugspriets ist der Sprietmast aufgestellt, der durch ein Knie mit Salingen und Eselshaupt fixiert wird. Auf den Salingen wiederum ist eine Plattform - die Mars - aufgesetzt.

Sprietmast der Fregatte Berlin

Bei der Durchsicht der Pläne und weiterer Unterlagen konnte erst nicht eindeutig geklärt werden, wie die Längssalinge der Sprietmars befestigt werden. Beim Fock- und Großmast liegen diese auf den seitlichen Mastbacken, die fehlen jedoch am Sprietmast.

Nach einigen weiteren Recherchen konnte geklärt werden, dass die Längssalinge partiell in die Seiten des Knies eingelassen und mit diesem verbolzt wurden. Die Quersalinge wiederum liegen auf den Längssalingen.

Auch die Informationen zum Fuß des Sprietmastes sind oftmals missverständlich.

Zeichnungen in der Literatur zeigen, wie der Sprietmast direkt auf dem Bugspriet aufsitzt und zusätzlich mit einem Schlossholz auf den Salingen gegen das Durchrutschen gesichert wird. Das wäre so normalerweise nicht notwendig.

Wieder anderen Quellen ist zu entnehmen, dass der Mast nicht direkt auf dem Bugspriet endet sondern kurz darüber. Nun wird auch ein Schlossholz benötigt.

Für die Umsetzung habe ich mir entprechende Zeichnungen angefertigt und hatte so die Vorlage zum Anfertigen des Knies und der Plattform.

  • Sprietmast der Fregatte Berlin 
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Leider etwas zu spät habe ich dann noch Bilder in meinem Fotoarchiv gefunden, die eine mögliche Lösung anbieten.

Gut zu erkennen ist, dass die Längssalinge auf einer Verstärkung aufliegen, die den Mastbacken entspricht. Auch scheint der Fuß des Sprietknies etwas dicker zu sein als der senkrechte Pfosten.

Bei dieser Variante steht allerdings der Sprietmast vor dem Bugspriet, was bei niederländischen Schiffen erst Anfang des 18. Jhd. eingeführt wurde.

Alles in allem etwas schlüssiger als die Skizzen von Mondfeld und Hoeckel.

  • Fregatte Shtandart 
  • Fregatte Shtandart 

Wie üblich habe ich die Zeichnung ausgedruckt und auf ein Stück Holz geklebt und als erstes auf beiden Seiten die Führung für die Aufnahme der Längssalinge gefräst.

In den Fuß des Sprietmasten das Gatt für das Schlossholz eingearbeitet und am Knietopp den Vierkant für die Aufnahme des Eselshaupt ausgearbeitet

  • Sprietmast der Fregatte Berlin 
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Im Knie sind Löcher für die Bolzen und das Vorstengestag gebohrt, die Salinge sind befestigt und verdübelt.

In die Oberseite der Längssalinge wurde eine Nut gefräst, in die die Quersalinge eingelegt werden können. Dabei habe ich darauf geachtet, dass der Abstand zwischen Kniepfosten und vorderer Quersaling passend für den den Sprietmastfuss gearbeitet ist.

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die Sprietmars

Der Boden der Marsplattform wurde aus einzelnen Leisten zusammengeklebt und mit Hilfe eines Aufnahmedorns für Trennscheiben in der Handbormaschine auf Maß abgeschliffen.

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Um den Marsrand zu fertigen, habe ich eine Furnierholzplatte aufgesetzt und diese nur am Rand der Plattform mit ganz wenig Sekundenkleber auf dieser verklebt und dann wieder in der Handbohrmaschine abgerundet.

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Jetzt nur noch das Innere des Rings ausfräsen und der Marsrand ist fertig. Da der Kleber nur am Rand aufgetragen wurde, konnte das nicht benötigte Mittelteil problemlos entfernt werden.

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Für die Rippen der Marsplattform habe ich passende Leistenstücken zugeschnitten und alle hochkant auf Malerkrepp fixiert, so konnte das Paket problemlos im Schraubstock eingespannt werden.

Zuerst auf der Unterseite den Absatz für den Marsrand eingearbeitet, wieder Malerkrepp aufgeklebt und umgedreht eingespannt, etwas geneigt um die nun die Oberseite verjüngen zu können.

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Die fertig bearbeiteten Rippen.

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Für die korrekte Ausrichtung beim Aufkleben der Rippen habe ich mir ein entsprechendes Muster ausgedruckt und die Plattform mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt.

Zum Abschluss wurde die Oberseite der Rippen noch einmal etwas verjüngt und für den Abschlussring ein Furnierstreifen vorgebogen.

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Zum Schluss noch in die Mars die Gatten für die Püttingseisen eingearbeitet, seitlich am Kniepfosten zwei Klampen angebracht, Eselhaupt angefertigt und alle Einzeilteile zusammengesetzt.

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Leider wurde erst zu spät festgestellt, dass sich der Sprietmast etwas zu weit nach achtern neigt.

Das könnte zur Folge haben, dass beim späteren Auftakeln der achtere Fall des Mastes weiter zunimmt, wenn das Vorbram- und das Backstag am Sprietmast angeschlagen wrden.

Beim direkten Vergleich fällt auf, dass sich die Neigung des Bugspriet im Plan und am Modell um ca. 4° unterscheidet, die bei der Vektorisierung des Sprietmastknies nicht beachtet wurden.

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Einen kompletten Neubau habe ich mir erspart.

Der Fuß des Knies wurde abgetrennt und durch einen neuen mit geändertem Anstellwinkel ausgetauscht, so dass der Sprietmast nun leicht nach vorn fällt, um so spätere Zugkräfte ausgleichen zu können.

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Fortsetzung folgt...


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