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Im Hoeckel-Plan sind in der Reling vor dem Kampanjedeck Belegstellen eingezeichnet, die bei näherer Betrachtung und Verwendung des Maßstabsmännchens nicht erreichbar wären, da sie maßstäblich etwas mehr als 2 m über Deck liegen.

Bei alle mir bekannten Berlin-Modellen sind allerdings dort die Leinen schön sauber an den Belegstellen aufgeschossen, keiner kann mir aber sagen wie sie dort hin kommen.

  • Fußleisten (Foto: Risse von Schiffen des 16./17. Jahrhunderts, Hinstorff Verlag) 
  • die Reling wäre vom Deck aus nicht zu erreichen 
Quelle: Historsiche Schiffsmodelle, Wolfram zu Mondfeld

Fündig wurde ich zufällig im Buch "Historische Schiffsmodelle" (Autor: Wolfram zu Mondfeld).

Eine eher unscheinbare Zeichnung mit maritimen Begriffserläuterungen und allgemeinen Meßpunkten eines Schiffsrumpfes zeigt die Draufsicht der Berlin, die ich bis dahin komplett übersehen hatte. Der Autor hat das Kampanjedeck einfach verlängert gezeichnet und so den Fehler des Hoeckel-Plans korrigiert. Wenn man die anderen Pläne des Buches "Risse von Schiffe des 16. und 17. Jahrhunderts" genauer betrachtet, hat zu Mondfeld möglicherweise Anleihen vom Plan der Fleute Derfflinger von 1675 genommen, denn hier besteht ein große Übereinstimmung.

Auch auf den anderen Plänen des Buches sind die Kampanjedecks wesentlich länger, so z.B. beim Roten Löwen von 1597, der Revenge von 1577 und Golden Hind 1575. Einzig die Berlin fällt hier aus dem Rahmen.

Hätte ich die o.g. Zeichnung eher wahrgenommen, wäre diese Änderung am Modell umgesetzt worden.

Die Belegstellen mit einer Nagelbank quasi auf Deckshöhe zu bringen, für die benötigten 4 Belegstellen ist leider kein Platz. Kreuzholz und Kanone sind im Weg, der Abstand bis zum Schott ist zu schmal.

Was nun? Für einen kompletten Umbau ist es zu spät, so gönne ich mir an dieser Stelle ein künstlerische Freiheit und spendiere der Besatzung eine Fußleiste.

Dazu habe ich in eine Leiste Löcher gebohrt, Ausparungen für die Stützen gefräst und das Ganze in der Mitte geteilt. Den Bohrer habe ich vom Durchmesser so gewählt, dass die Ecken in den Zwischenräumen abgerundet sind.

  • Fräsen der Fußleiste 
  • Fräsen der Fußleiste 
  • Fräsen der Fußleiste 

Die Fußleisten sind verschliffen, Löcher für die Dübelimitation gebohrt und Zahnstocher als Dübel sowie Messingstifte für den Halt in der Bordwand eingesetzt.

  • Leisten sind verschliffen 
  • Löchen für die Dübelimitationen 
  • verklebte Zahnstocher als Dübel 
  • Messingstifte als Halter in der Bordwand 

Für die exakte waagerechte Ausrichtung parallel zum Deck wurden mit einer Hilfsleiste zwei Löcher in die Bordwand gebohrt, in die die Messingstiffte eingesetzt und verklebt werden.

  • Hilfsleiste zu Bohren der Haltelöcher 
  • angesetzte Fußleiste 
  • angesetzte Fußleiste 

Nun passt alles. Zu Abschluss noch ein Treppe angebracht und die Besatzung kann später problemlos die Leinen an der Reling belegen.

  • spätere Belegstellen an der Reling können nun bedient werden 
  • Treppe zur Fußleiste 
  • spätere Belegstellen an der Reling können nun bedient werden 

Bauzeit ca. 4 Std.


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