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Beim Baukasten sind die Planken auf Sperrholz gedruckt, eine Beplankung ist nicht vorgesehen. Ich werde diese aber realisieren und es soll ein helles Holz mit feiner Maserung zum Einsatz kommen.

Bei einem älteren Projekt habe ich Ahorn genommen. Es störte mich allerdings, dass bei diesem Holz nach der Behandlung mit Lack oder Firnis oftmals eine Art "Mosaikmuster" zu sehen ist. Gute Erfahrungen dagegen habe ich mit Linde gemacht.

  • Decksbeplankung der Fregatte Berlin 
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Decksbeplankung der Fregatte Berlin

Für die Beplankung der Decks habe ich einen Plan für das Deckslayout erstellt, um später die Planken so verlegen zu können, dass Plankenstöße auf den (imaginären) Decksbalken liegen, insbesondere an Luckeneinfassungen, Decksöffnungen und Mastfischungen. Ebenso um sog. "Leistenstummel" vermeiden zu können.

Das Muster der Plankenstöße auf dem Hauptdeck ist rot gezeichnet und die Ebenen der Decksnagelung blau für Back, Kampanje und Hütte. Letztere Decks haben keine "tragende" Funktion und die Planken sind so kurz, dass sie nicht gestoßen werden müssten.

Da eine Rumpfbeplankung beim Baukastenmodell nicht vorgesehen ist, wird der Rumpf mit Außenplankung etwas breiter. So musste das Schanzkleid entsprechend verjüngt und die Breite das Originaldecks angepasst werden.

Da eine Rumpfbeplankung beim Baukastenmodell nicht vorgesehen ist, wird der Rumpf mit Außenplankung etwas breiter. So musste das Schanzkleid entsprechend verjüngt und die Breite das Originaldecks angepasst werden.

Ich habe zwei überlappende Pappschablonen auf Maß gebracht, in der Mitte zusammengeklebt und auf das Unterdeck übertragen.

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Der Wassergang

Die an den Außenseiten befindlichen Abschlussleisten sind der sog. Wassergang, das äußere Leibholz der Decksbeplankung.

Jeder Plankengang auf Deck setzt sich aus mehreren Leisten zusammen. Die in einer geraden Linie nebeneinander verlegten Decksplanken werden gestoßen, der Wassergang verläuft in einem Bogen und erhält eine sog. Laschung.

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Zuerst passe ich die Leiste der Biegung an.

Dazu tauche ich sie kurz in Wasser, erwärme sie mit der Formspitze und biege sie nach und nach in die benötigte Form. In kurzen Abständen fixiere ich die Leiste mit Stoßnadeln.

Zwischendurch benetze ich die Leiste ggf. immer wieder ein wenig mit Wasser, denn ich brauche etwas Dampf zum "Aufweichen" des Holzes um die Leiste in Querrichtung biegen zu können.

Über Nacht lasse ich dann alles trocken. Die gröbste Spannung ist jetzt aus der Leiste raus und klebe sie mit Holzleim auf das Deck, ebenfalls unter Zuhilfenahme der heißen Formspitze. So bindet der Leim relativ schnell ab.

Da ich das Deck von der Mitte nach außen beplanken werde, habe ich mich dafür entschieden den Wassergang als erstes auf das Deck zu kleben.

Dann lege ich mehrere Decksplanken probeweise auf das Deck. So kann ich testen, ob ich an der Mittellinie oder mit einer mittigen Leiste beginne, um an der breitesten Stelle des Decks möglichst so am Wassergang zu enden, dass ich die letzte Decksleiste nicht unnötig verjüngen muss.


die Kalfaterung

Schon mehrfach habe ich Decks mit Kalfaterung realisiert und die Verwendung von Pappe ist meine favorisierte Variante.

Bei einer schwarzen Kalfaterung ist mir der Farbkontrast zu den hellen Decksleisten immer zu groß, deshalb nutze ich gern graue Pappe, das ergibt später nach der Firnisbehandlung einen Farbton in Richtung anthrazit.

Gehe ich davon aus, dass die Fuge zwischen den Planken im Original etwa 1 cm beträgt, verwende ich Pappe mit einem Stärke von 180 g/m², was der Dicke von 0,2 mm enstpricht und perfekt für den Maßstab 1:50 passt.

Ich schneide die Leisten mit etwas Überlänge zu.

Ein paar Leisten werden mit Klammern fixiert, ein Streifen Pappe mit verdünntem Holzleim eingestrichen und das Leistenpaket auf die geleimte Pappe gedrückt. Die Klammern sind nur dazu da, dass sich das Leistenbündel einfacher auf die Pappe legen lässt, sie werden dann gleich wieder entfernt.

Die Pappe wird nun auf mittlerer Stufe aufgebügelt, der Leim bindet so recht schnell an.

Noch im warmen Zustand lege ich die Leisten auf ein Rundholz oder dicken Filzstift und spreize so die Leisten auseinander damit diese nicht untereinander verkleben. Das hat sich aus der Erfahrung für die nächsten Arbeitsschritte als wichtig erwiesen.

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Die überstehende Ränder der Pappe werden an alle Seiten mit einem Klingenmesser entfernt. Man erhält so einen sauberen Leistenblock.

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Nun nimmt man eine halbe Rasierklinge, spreizt die Leisten etwas auseinander und steckt die Klinge in den Zwischenraum, stellt das ganze Paket auf die Stirnseite und zieht mit beiden Händen die Klinge nach unten.

Das geht normaler butterweich. Ist dem nicht so, dann sind die Leisten doch verklebt. Nicht mit Gewalt drücken, sondern Klinge rausziehen und von der anderen Stirnseite nochmals probieren, das funktioniert dann überlicherweise.

Drückt man weiter ohne die Klinge zu wechseln passiert es, dass die in einer der Leisten geschnitten wird. Deshalb ist das Spreizen gleich nach dem Kleben so wichtig.

Ist es doch mal problematisch, einfach mit der stumpfen Seite des Klingenmessers versuchen die Leisten zu trennen.

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Man erhält so sehr sauber beschichtete Leisten und der überlicherweise anfallende dunkle Schleifstaub beim Glätten des Decks hält sich in Grenzen.

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das Deck wird beplankt

Ich lege mir alle zugeschnitten Leisten zurecht, um den Unterschied des Farbtons des Holzes besser erkennen zu können. Für komplett sichtbare Bereiche nehme ich hellere Leisten, dunklere für verdeckte Bereiche.

Ich übertrage die Linien der Plankenstöße auf das Deck, fixiere als Anschlag ein Lineal und klebe die erste Planke mit Holzleim auf. Das Holz wird, wie schon beim Wassergang, wieder aufgebügelt. Abschließend entferne ich die noch weichen Kleberreste mit einer Klinge.

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Ist der erste Plankengang verklebt benötige ich das Lineal nicht mehr.

Jetzt folgen die nächtsten Gänge. Ich bügle immer mit Druck in Richtung Mitte, also zu den schon verklebten Leisten und gegen den Plankenstoß einer Planke desselben Gangs. So presse ich die Leisten in ihre Position und kann sie möglichst spaltfrei aneinander setzen.

Ich bügle mit recht hoher Temperatur, bis der Kleber anfängt zu "knistern".

Der Holzleim bindet unter Wärmeeinwirkung zwar recht schnell ab, bleibt aber warm immer noch so flexibel, dass man ggf. korrigieren oder die Leiste noch einmal komplett entfernen kann. Das würde bei Sekundenkleber nicht funktionieren.

Eine Fixierung mit Nadeln oder Klammern ist nicht mehr nötig.

Vor dem Aufbringen einer Folgeleiste eines Plankengangs klebe ich auf den Stoß noch ein kleines Stück Kalfaterungspappe.

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Nach der kompletten Beplankung wurde das Deck mit Firnis feucht verschliffen.

Für die Leibhölzer am Mast habe ich Nussbaum verwendet, spätere Details werden ebenfalls damit ausgeführt. Die etwas dunkleren Decksleisten wird man später nicht mehr sehen, da sie unter dem Kampanje- und Backdeck verschwinden.

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Die Dübel der Decksplanken sollen dargestellt werden

Vorher wurden ein paar Versuche vorgenommen wie die Imitation erfolgen soll:

1. Zahnstochervariante
Verwendet man Zahnstocher aus normalem Holz, werden die Dübel sehr dunkel da das Stirnholz offen liegt und sehr leicht Firnis oder Lack aufsaugt, verwendet man Bambus, sind die Dübel heller, aber es zeigt sich so etwas wie ein unschönes Mosaikmuster

2. Bohrungen mit Schleifstaub füllen
Diese Varinte ist ähnlich wie bei normalen Holzdübeln recht dunkel, die Löcher sind jedoch nicht rund, da die Decksleisten an dieser Stelle Konservierungsflüssigkeit aufnehmen und wie ausgefranst aussehen

3. Verwendung von hellem Holzwachs
hier kaum zu sehen

4. dunkleres Holzwachs
Wachse mit verschiedenen Farbtönen können untereinander gemischt werden, somit kann der Wunschfarbton hergestellt werden, die Farbe bleibt dann so, weil naturgegeben keine Konservierungsflüssigkeiten aufgenommen werden

Die Idee mit dem Holzwachs stammt nicht von mir, den Tipp habe ich in einigen Bauberichten in diversen Internetforen gelesen und wird statt der verbreiteten Zahnstochermethode verwendet. Ich werde diese Variante nutzen, denn sie ist vergleichsweise einfach und schnell umsetzbar.

Es wird ein sog. Holzreparaturwachs verwendet, findet man z.B. unter der Bezeichnung Wachskit der Fa. Clou in verschiedenen Farbtönen im Baumarkt um die Ecke.

Zunächst werden die Dübellöcher mit einem Durchmesser von 0,8 mm gebohrt. Dazu habe ich mir eine Bohrschablone aus Plexiglas angefertigt. Darauf einen Plankengang eingeritzt und mit einem Permanentmarker farblich hervorgehoben. So sehe ich die Plankengänge auf dem Deck und kann die Schablone gut ausrichten.

Ein Stahlineal mit Klammern wurde am Deck fixiert. Das hilft alle Bohrungen in einer Ebene ausführen zu können.

Abschließend habe ich die Bohrungen mit Schmirgelpapier entgratet und die Löcher noch einmal vorsichtig mit einem Dorn abgerundet.

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Das Wachs wurde in einem leeren Teelichtbehälter über einer Flamme erwärmt und im flüssigen Zustand mit einem Pinsel in die Bohrungen getupft.

Da das Wachs recht schnell wieder abkühlt, habe ich den doch recht heißen Behälter mit dem flüssigen Wachs mittels einer Modellbauklammer direkt über dem Deck gehalten um es auch flüssig auf die Löcher geben zu können.

Abschließend wurde das überschüssige Wachs mit einem Klingenschaber abgezogen und nach dem kompletten Verdübeln noch einmal mit dem Fön erwärmt, damit sich das Wachs gut in den Löchern verteilt.

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Das war's eigentlich schon. Ein recht simple Geschichte, völlig einfach umzusetzen. Das Bohren der Dübellöcher bleibt natürlich, aber das Abkipsen und nochmalige Schleifen bei der von mir bisher genutzten Zahnstochervariante fällt weg.

Oftmals wird skeptisch hinterfragt, ob man die Dübel nicht einfach weglassen könne, weil man sie sowieso nicht sieht oder wenn doch, dass sie viel zu dunkel wären. Hier ein Beispiel wie es beim Replik der Fregatte Shtandard zu sehen ist.

  • Fregatte Shtandart 
  • Fregatte Shtandart 

Nur noch Ladeluke, Süll des Kabelgatts und Spillfundament befestigt, dann konnte das Hauptdeck mit dem Rumpf verklebt werden.

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Das Hauptdeck erhält an der Bordwand eine Abschluss-/Sockelleiste. Wie bei einem Original-Replik gut zu erkennen ist, habe ich hier ein 90°-Dreieck-Kunststoffprofil verwendet. Leider hat das Profil leicht abgerundete Kanten, so dass nach dem Verkleben eine kleine aber doch sichtbare Fuge zurückblieb. Diese wurde einfach mit Holzpaste von Clou verspachtelt und mit einem feuchten Lappen verrieben. Das sieht sehr sauber aus und erspart das nachträgliche Schleifen.

Für die weiteren Arbeiten hilft Malerkrepp zum Schutz vor Verunreinigungen oder Beschädigungen.

  • Fregatte Shtandart 
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Das Kampanjedeck

Die Beplankung des Kampanjedecks verlief in gleicher Art und Weise.

Allerdings wird es zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest verklebt, da unter dem Deck später noch zwei Kanonen aufgestellt und betakelt werden müssen.

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Das Backdeck

Mit Beginn der Außenbeplankung im Bereich der Aufbauten, musst noch das Backdeck realisiert werden, um so den vorderen Teil des Decks an die obere Abschlussplanke anpassen zu können.

Bei der Decksbeplankung wurde ebenso wie bei den anderen Decks verfahren.

Die Mastfischung und der Durchbruch für den Bugspriet wurde angefertigt, sowie die Gräting, die nur provisorisch auf das Deck gelegt wurde, um die Position der Decksbalken festlegen und die korrekten Löcher der Dübel bohren zu können.

Auch dieses Deck ist noch nicht verklebt und kann immer noch entfernt werden, um die beiden Kanonen sowie die Ankerbeting in diesem verdeckten Bereich besser einbauen zu können.

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Zum Abschluss wurde die Decksöffnung und an der Gräting ein Absatz zum Einsetzen in das Deck gefräst, sowie die Öffnung für das Kardeel der Strecktalje des späteren Fockfalls eingearbeitet.

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Das Hüttendeck

Auch das Hüttendeck wurde in gewohnter Art und Weise wie die anderen Decks hergestellt.

Im Unterschied zur Back und Kampanje konnte es aber gleich verklebt werden, da keine weiteren Einbauten in der Hütte selbst erfolgen müssen.

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Erst zu spät hat sich herausgestellt, dass der Farbton des ursprünglichen Hüttendecks viel zu hell geworden ist. Leider sind die Leisten auch durch Firnisbehandlung nicht nachgedunkelt.

In die Dübellöcher ist dann noch nachträglich der Firnis eingezogen, so dass es zu einer unschönen ausgefranzten Streifenbildung kam.

Kurzerhand wurde das Deck nochmals mit etwas dunkleren Leisten beplankt, auch die Dübelung ist nun zufriedenstellend.

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Bauzeit: Hauptdeck ca. 36 Std., Kampanjedeck ca. 12 Std., Backdeck ca. 16 Std., Hüttendeck ca. 8 Std.


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