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Die Anker des Bausatzes sind aus Kunststoff, ich habe sie gegen eine Version aus Metall ausgetauscht.

Da ich mich zum einen mit Metallbearbeitung etwas schwer tue, andererseits auch keine entsprechendes Messingmaterial auf Lager hatte, habe ich hier auf fertige Anker eines Modellbauanbieters zurückgegriffen.

Ich werde insgesamt 4 Anker am Modell zeigen:

  • 1 Pflichtanker
  • 1 Buganker
  • 1 Vertäuanker
  • 1 Stromanker

Nach Mondfeld lässt sich die Größe des Pflichtankers recht einfach ermitteln:

  • die Berlin hat eine Länge von 80 und eine Breite von 22 Fuß
  • das Gewicht der größten Ankers ergibt sich aus der Hälfte von (Schiffslänge + Breite) x Breite
  • (80 + 22) x 22 / 2 = 1.122 Pfund = 0,561 Tonnen
  • um die Länge des Ankers ermitteln zu können, multipliziert man sein Gewicht in Tonnen mit dem Faktor 1160 und zieht die Kubikwurzel
  • das ergibt 8,66 Fuß = 2,45 m = 49 mm in 1:50
  • das Gewicht Bug- und Vertäuanker ist Pflichtanker x 0,9
  • die beiden Stromanker sind noch etwas kleiner
  • der Ankerstock hat die gleiche Länge wie der Ankerschaft
  • der Durchmesser des Rings beträgt 0,14 der Schaftlänge

Da sich allerdings Bug- und Vertäuanker nur unwesentlich vom Pflichtanker unterscheiden, verwendet ich drei gleich große Anker.


Der erste Versuch

Der Ankerstock wurde aus zwei Teilen gefertigt und an den Unterseiten nach außen hin verjüngt. Die Öffnung für den Anker wurde erst gebohrt und dann mit einer Schlüsselfeile an den Vierkant des Ankerstocks angepasst.

  • Ankerstock verjüngen 
  • Einzelteile des Ankers 
  • Stockbänder mit Bolzen fixiert 

Für den Zusammenbau des Ankers wurden die Bolzen in den Stock eingesetzt, die Stockbänder mit kleinen Metallstiften fixiert und die Ankeringe bekleidet.


Der zweite Versuch

Anker der Fregatte Berlin 

Im Nachhinein betrachtet und nach nochmaligen Recherchen, habe ich ein Problem mit der Ankerform. Das spitze Flunkenkreuz gefällt mir nicht wirklich, rund oder abgekantet "fühlt" sich irgendwie besser an.

Ebenso unglücklich finde ich das Ergebnis der Stockbänder, sie erscheinen mir zu wuchtig. Auch hier werde ich noch einmal neu ansetzen und dünneres Material verwenden.

Anker der Fregatte Berlin 

Bei einem Modellanbieter habe ich dann Anker mit der gewünschten Form und genau passenden Größe gefunden gefunden, so dass ich diese noch einmal bauen kann.

Auch die Proportion ist nahezu ideal, wie man am Verhältnis der Arme (roter Kreis) zur Position der Unterkante des Ankerstocks (rote Linie) gut erkennen kann.

Die Rohlinge sind engratet und matt schwarz lackiert.

  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 

die Ankerstöcke

Zum Zeitpunkt der ersten Variante ist einige Zeit vergangen. Mittlerweile habe ich meinen Maschinenpark erweitert und konnte etwas anders an die Fertigung herangehen.

Für den Ankerstock habe ich diesmal die zwei Leisten mit doppelseitigem Klebenband zusammengeklebt, auf der einen Seite eine Formschablone aufgebracht, Löcher für die Bolzen gebohrt und in die Mitte ein Vierkantloch für den Ankerschaft gefräst.

  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 

Die Unterseite wurde mit dem Tellerschleifer nach außen hin verjüngt, anschließend die beiden nun formidentischen Leisten wieder voneinander getrennt.

In jede Hälfte des Ankerstocks habe ich einfachheitshalber außen in jedes Loch eine kleine Messingniet gesteckt, an der Innenseite den Überstand plangeschliffen und beide Hälften zusammengeklebt.

  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 

Die Stockbänder sind aus Pappe geschnitten und aufgeklebt, dann konnte der Stock auf den Anker gesteckt werden.

  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 

Bekleiden der Ankerringe

Für das Bekleiden der Ankerringe habe ich mir 0,3 mm Taue aus 3x2 200-er Güthermann-Garn gereept.

  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 

Der Stromanker ist auf dem Pflichtanker verzurrt und probeweise schon mal auf der Fockrüste platziert.

  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 

die Ankerkabel

Die Ankertaue habe ich aus drei einzelnen Seilen hergestellt.

Das linksgeschlagene Kabel des Pflichtankers - größter Anker - hat einen Durchmesser von 2 mm, die einzelnen Kardeelseile 1,02 mm, aus 3x3 Fäden Gütermann-Garn mit 50-er Fadenstärke rechtsgeschlagen gefertigt.

  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 

Für die etwas kleineren Bug- und Vertäuanker hat das Kabel einen Durchmesser von 1,7 mm und die Einzelseile 0,91 mm aus 3x5 100-er Garn geschlagen.

Insgesamt wurden vier Kabel mit einer Länge von je etwa 46 cm angefertigt, für die ca. 144 laufende Garnmeter benötigt wurden.

Die Ankerkabel sind um die Beting gelegt und die Enden im Kabelgatt verstaut.

  • Anker der Fregatte Berlin 
  • Anker der Fregatte Berlin 
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Bauzeit: ca. 31 Std.


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