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Im Graupner-Bauplan ist keine Steuerhauseinrichtung vorgesehen. Der große Maßstab von 1:20 bietet es aber förmlich an.

Das größte sichtbare Detail im Steuerhaus ist das Steuerrad. Es ist relativ groß, fast 3/4 der Breite des Aufbaus. Wenig verwunderlich, denn es war eine reine Handsteuerung mit einem einfachen Getriebe und der Steuermann hatte richtig zu tun.

Der Aufbau ist recht simpel. Eine Art Kastenkonstruktion aus mehreren L-Profilen.

Ein auf der Steuerradwelle angebrachtes kleines Ritzel überträgt die Kraft auf ein großes Zahnrad. Dieses ist mit einer Art Seil- oder Kettentrommel gekoppelt. Auf dieser Trommel lag die Steuerkette in 3-4 Windungen. Die Steuerkette führte durch den Fußboden des Steuerhaus, wird dort über eine Rolle umgelenkt und läuft dann seitlich links und rechts durch die Steuerhauswände bis zur Innenseite des Schanzkleides, wird dort wiederum umgelenkt und läuft dann nach achtern zum Ruder. Dies nennt man Reepleitung.

Leider hat die Original-Saturn kein Steuerrad mehr. Es liegen auch keine Information vor, in wie weit das Steuerhaus überhaupt noch eingerichtet ist. Deshalb muss ich hier improvisieren. Der Bauplan aus der Zeitschrift MBH oder Modellwerft lässt zwar gut den Aufbau erkennen, allerdings geht hieraus nicht hervor, ob es sich dabei um ein Holz- oder ein Metallsteuerrad handelt.

Die Claus D. in Hamburg ist ein Schlepper der gleichen Serie. Hier hatte ich die Möglichkeit mal in das Steuerhaus rein zu schauen (erstes Bild). Leider nur durch die Scheiben, deshalb spiegelt es auf dem Bild etwas. Die anderen Bilder stammen vom Tiger.

  • Steuerrad des Dampfschlepper Albert 
  • Steuerrad des Dampfschlepper Albert 
  • Steuerrad des Dampfschlepper Albert 
  • Steuerrad des Dampfschlepper Albert 
  • Steuerrad des Dampfschlepper Albert 

Der Nachbau


die Nabe des Steuerrades wird angefertigt 

Zuerst habe ich die Nabe des Steuerrades aus einem Stück Hartholz (Birne) gefertigt. Problemlos lässt sich so etwas mit einer Handbohrmaschine fertigen.

Als Spanndorn verwendet man einfach eine normale Maschinenschraube und kontert das Werkstück mit einer Mutter.

Koffeenägel und gedrechselte Geländerstützen für die Speichen des Steuerrades 

Für die Speichen kommen acht gedrechselte Geländerstützen und für die Handgriffe acht Koffeenägel zum Einsatz, die sonst nur bei historischen Modellen Anwendung finden.

Die Speichen des Steuerrades wurden durchbohrt und dünne Messingdrähte zugeschnitten.

der Holzring ist fertig 

Als nächster Schritt wurde der Holzring des Steuerrades, ebenfalls wie die Nabe, aus Birnenholz gedrechselt. Wer keine Möglichkeit dazu hat, stellt den Ring genauso her, wie den Außenring (siehe weiter unten)

In den Ring und in die Nabe wurden im Winkel von jeweils 45° acht Löcher gebohrt und alles schon einmal provisorisch zusammengesteckt.

die Koffeenägel wurden durchbohrt 

Die Koffeenägel wurden ebenfalls komplett durchbohrt, nachdem die nicht benötigten "Stiele" abgeschnitten wurden.

Es empfiehlt sich die Köpfe der Nägel etwas abzuflachen und mittig anzukörnen. Dann senkrecht einzuspannen, in einem Teilapparat, Feilkloben o. Ä., um die Bohrung möglichst genau mittig auszuführen. Die "Taille" ist manchmal recht dünn und die Bohrung geht daneben. Also lieber gleich ein paar mehr kaufen.

Schablone zur Herstellung des Außenrings 

Jetzt kann der Außendurchmessers des Steuerrades ermittelt und für die Herstellung des äußeren Handlaufs eine entsprechende Schablone aus 1 mm Sperrholz erstellt werden.

Grob ausschneiden und wieder in der Handbohrmaschine rund schleifen.

der Rohling des Rings aus mehreren Lagen Ahornfurnier 

Auf diese Schablone habe ich sieben Lagen Furnierstreifen aus hellem Furnierstreifen (Ahorn) aufgewickelt und mit Sekundenkleber verklebt. Die allererste Lage wurde lediglich nur mit einigen wenigen Punkten Kleber auf der Schablone fixiert.

Die Furnierleisten brechen recht schnell, deshalb habe ich sie vorher kurz in heißem Wasser gewässert, dann auf einem 30er PVC-Rohr gewickelt, mit einem Gummi fixiert und über Nacht trocken lassen.

Nun das Ganze wieder in die Handbohrmaschine einspannen und mit möglichst langsamer Drehzahl außen und seitlich sauber abschleifen und "handgerecht" abrunden.

 

Nach dem Schleifen habe ich die Schablone mit Hilfe eines Klingenmessers wieder entfernt.

Durch diese Art der Laminierung erhält man einen recht robusten und stabilen Holzring. Ein solch filigraner Ring aus Vollholz, wäre wesentlich zerbrechlicher. Auch Mastringe stelle ich nach diesem Verfahren her.

das fertige Steuerrad 

Der Handlauf wurde ebenfalls mit acht Bohrungen für die Aufnahme der Messingdrähte versehen, dann alles zusammengesteckt.

Durch die kleinen Ungenauigkeiten fluchten die Löcher der Nabe, des Innen- und Außenringen nicht genau. Das fällt nicht weiter auf und hat auch den Vorteil, die ganze Konstruktion sitzt relativ stramm und muss nicht geklebt werden.

Zum Schluss dann noch die herausschauenden Messingdrähte mit dem Außenring planfeilen und fertig ist das Steuerrad.

Nach dem Zusammenbau wurde alles noch einmal abschließend mit Firnis behandelt.


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