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Dieser Artikel wurde auf Grundlage der Baukastenvariante erstellt

Ich habe schon mehrere Modelle dieses Graupner-Schleppers gesehen und bisher alle Modellbauer (ohne Ausnahme) haben sich stur an die Vorgaben der Bauanleitung gehalten. So allerdings sieht der Schlepper eher nackt und eintönig aus.

Was soll einen also davon abhalten, hier ein wenig zu ''tunen'', denn Details sind nun mal die Würze eines jeden Modells.

Auch wenn die Original-Saturn auf den ersten Blick recht einfach und ''detaillos'' erscheint, so trügt der Schein. Es gibt eben nicht nur die Rettungsringhalterungen und Positionslaternen am Steuerhaus - ohne die Niete sind da noch Sockel, Stützen, Profile, Absätze, Flansche, Kanten u.v.a.m. Dinge die man zusätzlich anbringen kann, um das Modell besser zu detaillieren. Dazu muss man nicht gleich ein ''altgedienter'' Modellbauspezialist zu sein.

Es setzt ein genaues und gründliches Studium des Bildmaterials voraus, um dem Original die kleinen versteckten ''Geheimnisse'' zu entlocken.

Das Graupner-Modell hat allerdings ein grundlegendes Problem: Für den angegebenen Maßstab 1:20 ist der Rumpf mit 21 cm zu schmal gehalten, es fehlt genau ein maßstäblicher Meter und das sind immerhin beim Modell ganze 5 cm. Die Aufbauten wiederum sind maßstabgetreu in 1:20. Das kann und wird sich in der späteren Bauphase negativ auswirken, wenn man mit Originaltreue bauen möchte. Ich empfehle daher das komplette Projekt im Maßstab 1:22 zu halten.

So bin ich auch bei meinem zweiten Modell verfahren. Selbst dieser Maßstab ist eigentlich für des Breitenverhältnis immer noch zu groß, bei 1:24 würde es stimmen, dann wäre das Modell allerdings 24 cm zu lang. Für die Saturn würden die Proportionen nun aber überhaupt nicht mehr stimmen. 1:22 ist ein guter Kompromiss, alles wirkt etwas stimmiger und ich kann es jedem nur ans Herz legen. Man benötigt für den Aufbau noch nicht einmal neues Sperrholz, alles muss lediglich im den Faktor 1,1 verkleinert werden.

Ein Nachteil hat die Geschichte: im Maßstab 1:22 kann man nicht mehr das Schleppgeschirr des Beschlagsatzes verwenden.

Aufbau (Saturn-Baukasten) 
Ich habe schon beim ersten Modell zu allererst die Türen des Steuerhauses und das Luk zum Kesselraum nachträglich ausgesägt. Nach Graupner-Bauplan werden diese Teile lediglich aufgeklebt.
Aufbau (Saturn-Baukasten) 

Beim Original hat das Steuerhaus einen separaten Holzaufsatz und natürlich eine Inneneinrichtung, so soll es auch beim Modell nachgebaut werden.

Dazu wurde das Steuerhaus oberhalb der Tür gekürzt. Der Holzaufsatz mit den Fenstern wird später neu gebaut und abnehmbar gestaltet.

Aufbau (Saturn-Baukasten) 

Wie oben schon erwähnt, arbeite ich im Maßstab 1:22. Die Aufbauten habe ich komplett neu aus 1 mm Sperrholz ausgeschnitten.

Laut Graupner-Bauplan ist es zwar nicht vorgesehen, aber in das Oberdeck des Kessel- und des achteren Deckshauses habe ich alle notwendigen Öffnung eingearbeitet - für Lüfter, Schornstein, Oberlichter und für diverse Luken.

Aufbau (Saturn-Baukasten) 

Der Rumpf bzw. das spätere Deck hat eine Biegung in Längsrichtung, den sog. Deckssprung.

Diesen Deckssprung habe ich auf die Seitenteile des Decksaufbaus übertragen. Das geht recht problemlos, man orientiert sich dabei direkt an der Außenseite des Rumpfes.

Aufbau (Saturn-Baukasten) 
Im nächsten Schritt werden an der Innenseite die Verstärkungsleisten aufgeklebt.
Aufbau (Saturn-Baukasten) 

An der Vorderseite des Steuerhauses (roter Pfeil) sollte eine etwas dickere Leiste (5x5 mm) verwendet werden. Ich komme später darauf zurück.

Soll das Steuerhaus ausgebaut werden, muss die Fußleiste so geklebt werden, das später der Fussboden einlegt werden kann (grüner Pfeil), ebenso eine Leiste für die Steuerhausrückwand (blauer Pfeil).

Aufbau (Saturn-Baukasten) 
Das zusammengeklebte Deckshaus.
Aufbau (Saturn-Baukasten) 
Bei der zu erwartenden Detaillierung, wie Niete und Beschläge hätte bei blankem Sperrholz schon zu diesem Zeitpunkt eine mehrfache Lackierung mit Porenfüller erfolgen müssen. Das wollte ich mir ersparen und deshalb wurde nach dem Grobschliff der Sperrholzplatten das komplette Deckshaus noch einmal mit Polystyrol beplankt.
Aufbau (Saturn-Baukasten) 

Jetzt kommt die oben erwähnte etwas stärke Leiste zum "Einsatz", denn eine spezielle Änderung fällt sofort ins Auge, die so im Bauplan nicht vorgesehen jedoch am Original vorhanden ist: die Abrundung des vorderen Teil des Steuerhauses.

Zusätzlich wurde auch eine Art Süllkante angebracht, da der eigentliche Korpus des Steuerhauses separat auf einem Sockel steht und mit diesem vernietet ist.

Aufbau (Saturn-Baukasten) 

Diese Rundung ist bei der Saturn nicht vorhanden, aber sowohl beim Tiger als auch bei der Claus D.

Dort ist auch dieser Sockel gut zu erkennen. Den Sockelvorbau, lasse ich allerdings beim Modell weg.

Aufbau (Saturn-Baukasten) 
Ab einer bestimmten Materialstärke ist es nicht mehr ohne weiteres möglich einen Werkstoff zu biegen.

War es noch problemlos möglich am Steuerhaus selber die 0,5 mm Polystyrolplatten um die Ecken zu biegen, ist das beim Sockel mit 1,5 mm dicken Platten bei diesem recht engen Radius nicht mehr möglich. Das Material erhält eher einen unschönen Knick.

Um eine saubere und gleichmäßige Biegung zu erhalten, wurden die entsprechenden Teile vor dem Kleben auf einem kurz angewärmten Lötkolben vorgebogen. Der Kolben sollte sich gerade noch mit den Händen anfassen lassen. Recht hilfreich dabei ist eine Steckdosenleiste mit Schalter. So kann der Lötkolben während der Erwärmung angefasst und kurz bevor es ''ungemütlich'' wird abgeschalten werden.

Der komplette Sockel wurde so jeweils aus zwei Teilen zusammengesetzt.

Fast hätte ich es vergessen, Klebestellen immer schön anrauen. In diesem Fall sollte das schon vor dem Biegen geschehen.
Aufbau (Saturn-Baukasten) 

Um einen regelmäßigen Abstand der Niete zu erhalten habe ich mir eine Lochschablone aus Messingblech hergestellt. Kunststoff wie z.B. Polystyrol hat sich nicht bewährt, da die Löcher sehr schnell "ausleiern".

Die Positionen der Löcher werden erst mittels dieser Schablone und einem Bohrer angerissen, dann ohne Schablone mit einem Handklöbchen gebohrt. Der Durchmesser des Bohrers sollte mindestens 0,1 mm kleiner sein, als der Schaft der Niete.

Aufbau (Saturn-Baukasten) 

Erste Niete sind angebracht.

Das Steuerhaus ist quasi aus zwei Halbschalen zusammengesetzt. Entlang der senkrechten Naht in der Mitte wird es durch eine Doppelreihe Niete zusammengehalten.

Um den Plattenstoß zu imitieren und später nach der Lackierung sichtbar zu erhalten, habe ich zusätzlich eine kleine Vertiefung (Naht) gezogen. Dies geht recht einfach mit einer scharfen Halbrund- oder Dreikant-Nadelfeile.


Dieser Betrag wird nicht fortgesetzt, da ich mich entschlossen habe, eine komplett andere Form des Aufbaus zu wählen.


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