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Die Ausführung des Achterstevens des Modells entspricht nicht ganz dem Original.

Um dem möglichst nahe zu kommen, musste die Form des Rumpfes geändert und ein neuer Achtersteven angefertigt werden.

Aus dem MBH-Bauplan wurde die Ruderhacke eingescannt, in Vektorgrafik digitalisiert und mit minimalen Änderungen an den Modellrumpf angepasst.

Da dieses Bauteil recht zierlich ist, suchte ich nach einem entsprechend stabilen Material und entschied mich für Phenolhartgewebe auch bekannt unter dem Namen Pertinax. Dieser Werkstoff lässt sich sehr gut sägen, bohren und fräsen, somit war die Herstellung der Durchbrüche kein Problem.

der Original-Achtersteven 
Der Achtersteven beim Original ...
der falsche Achtersteven aus dem Graupner-Baukasten 
... und der Steven aus dem Baukasten.
Bohrschablone zur Herstellung der Durchbrüche 
Bohrschablone zur Herstellung der Durchbrüche.
der aus Pertinax gefräste neue Steven 
In den aus Pertinax gefrästen Steven...
das Stevenrohr ist eingepasst und verklebt 

...wurde das Stevenrohr eingepasst und verklebt.

Für die Herstellung der Ruderscharniere wurde an ein Messingröhrchen eine Stück Messingblech hart angelötet und in der entsprechend gefrästen Nut im hinteren Teil des Stevens mit Acrylit verklebt.

der hintere Teil des Rumpfes noch unbearbeitet 
Der hintere Teil des Rumpfes...
der hintere Teil des Rumpfes ist für den neuen Steven vorbereitet 
... wurde für den neuen Steven ausgeschnitten.
der neue Steven wird eingepasst 

Der neue Steven wird eingepasst.

Bedingt durch die Rumpfform war der Spalt der Öffnung des aufgeschnittenen Rumpfbereiches viel zu breit. Durch vorsichtige Erwärmung mit einer Heißluftpistole konnte dieses Manko ausgeglichen und der entsprechende Rumpfabschnitt an den Steven angeformt werden.

Unebenheiten wurden verspachtelt 

Noch vorhandene Unebenheiten und Dellen wurden verspachtelt und...

die Plattengänge sind aufgebracht 

... durch die Plattengänge überdeckt.


Das Ruder


Bei einem etwas härteren Stoß hat sich die untere Öse der Ruderaufhängung verbogen. Beim Versuch das wieder gerade zu biegen brach die Halterung aus dem Steven heraus. Beim erneuten Versuch die Halteöse wieder einzukleben habe ich festgestellt, dass Phenolharzgewebe (Pertinax) recht schwierig zu kleben ist, ähnlich wie ausgehärtetes Epoxid. Auch die zweite Ruderhalterung ließ sich ohne großen Kraftaufwand aus der eingefrästen Nut herausbrechen.

Sind Flächenverklebungen mit Sekundenkleber noch relativ problemlos, sind punktuelle Verklebungen nicht zufriedenstellend. Selbst Acrylit - mein "Wenn-alles-Andere-versagt-Kleber" brachte keine Lösung.

Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 

Um vor späteren Überraschungen sicher zu sein, habe ich eine Ruderhacke aus Aluminium gefertigt und mit zwei Schrauben am Kiel befestigt.

Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 
Hierfür wurde in zwei Messingröhrchen passendes Gewinde geschnitten und in den Kiel eingeklebt.
Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 

Ich wollte erst das komplette Ruder aus Messing bauen, hatte aber zu diesem Zeitpunkt kein passendes Blech auf Lager. Deshalb habe ich mich für eine Kompositbauweise entschieden.

In die Ruderachse wurden zwei Löcher gebohrt in die jeweils ein Messingstift eingelötet wurde. Diese Stifte übertragen später die Kräfte der Ruderbewegungen auf das Ruderblatt. Für die Befestigung des Ruderblattes an der Ruderachse habe ich noch ein kleines dünnes Blech angelötet, sozusagen als Klebehilfe.

Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 
Das eigentliche Ruderblatt besteht aus zwei dünnen Polystyrolplatten. Die imaginären Scharnierbänder überdecken die beiden Messingstifte.
Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 
Die Ruderanlenkung wird über eine sog. Reepleitung realisiert, typisch für viele alte Dampfschlepper. Die dafür verwendete 0,6 mm starke Stahllitze wird über Umlenkrollen an der Innenseite des Schanzkleides...
Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 
... nach achtern zum Ruderhorn geführt.

Die Rudermaschine


Die Rudermaschine befindet sich direkt unterm Steuerhaus.

Auf dem Ruderhebel ist ein Klemmer angebracht. Der obere Teil ist eine Hülse mit Querbohrung und Innengewinde. Durch die Bohrung werden die beiden Enden der Reepleine gesteckt und mit einer Inbus-Madenschraube festgesetzt.

In den schmaleren unteren Teil habe ich ein Außengewinde geschnitten, allerdings nur soweit, dass der Klemmer nicht komplett am Ruderhebel festgeschraubt werden kann, also weiterhin beweglich bleibt. Das Ganze wird dann mit einer Konter- oder Hutmutter fixiert.

Sowas funktioniert übrigens auch bei einem festen Rudergestänge sehr gut und ich verwende diese Art ganz gern. Wer keine Möglichkeit hat sich solch einen Klemmer selber zu drehen, der kann auch Abstandshalter aus dem Computerzubehör nehmen.

  • Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 
  • Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 
  • Achtersteven und Ruder des Dampfschlepper Albert 

Schauen wir uns jetzt die Plattengänge und Niete am Original an...


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