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Auch Lugger, Lougre. Siehe auch: Chalutier, Kutter

Aus Frankreich stammender, mit "Lougre" bezeichneter Schiffstyp, der dort im 18. Jh. als kleines schnellsegelndes Depeschen-, Kanonen- oder Kaperfahrzeug diente sowie als ein vielseitig verwendbares Küstenfrachtschiff unterschiedlicher Größe für 20 bis 70 Lasten (40 bis 140 t Tragfähigkeit) eingesetzt wurde. Die Fahrzeuge waren relativ scharf und auf Kiel gebaut.

Eine Besonderheit, die auch zur Bezeichnung "Lougre" führte, stellten Mastanordnung und Besegelung dar. Der ursprüngliche Lougre führte 3 nicht sehr hohe Maste, die beiden vorderen, etwa gleich großen Maste waren umlegbar, und der dritte, kleinere Besanmast stand relativ weit hinten am Heck. An allen 3 Masten wurde eine besondere vereinfachte Form des Gaffelsegels, das sogenannte Luggersegel gefahren. Das Luggersegel war trapezförmig und wurde mit einer oberen schrägen fierbaren Rah gefahren, die jedoch nicht in der Mitte, sondern auf etwa einem Drittel ihrer Länge mit einem Ring am Mast befestigt und geführt wurde.

England übernahm den Schiffstyp unter der Bezeichnung Lugger als zwei- bis dreimastigen Schnellsegler, insbesondere für den Postdienst, wobei die typischen, trapezförmigen Segel beibehalten wurden.

Etwa um 1865 wurde der Schiffstyp über Holland in Norddeutschland allgemein in der Küstenschifffahrt, Fischerei und im Lotsendienst üblich. Mit der im 19. Jh. erfolgten Ausweitung der Treibnetzfischerei entstand aus dem vielseitig verwendbaren Grundtyp des dreimastigen Segelloggers der anderthalbmastige Segel-Fischereilogger.


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