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Schwere Ruderboote mit Hilfssegel waren bis in die 30er Jahre des 20. Jh. das wichtigste Hilfsmittel zur Unterstützung gestrandeter Schiffe von Land aus. Ihre Entwicklung ist eng mit dem gesamten Schiffsrettungswesen verknüpft, so gab es bereits in London im Jahre 1786 erste Versuch, ein Boot unsinkbar zu machen. Eine besondere Veranlassung zur Gründung einer "Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" war im Jahre 1798 der Untergang des Segelschiffes "ADVENTU RE" in der englischen Tynemündung, bei dem trotz Landnähe die gesamte Besatzung ums Leben kam. Dennoch blieb einige Jahrzehnte das Rettungswesen ohne Bedeutung, bis am 24 märz 1824 eine staatliche britische Gesellschaft gegründet wurde, die sich ab 1854 "Royal National Life Boat Institution for the Preservation of Life from Shipwrecks" nannte. Diese Gesellschaft betreute 1884 bereits 284 Küstenrettungsboote.

In Frankreich wurden seit 1825 von Privatgesellschatten Rettungsboote unterhalten und seit 1846 Mörser zum Abschießen von Rettungswurfleinen zur Rettung Schiffbrüchiger benutzt; eine der englischen Rettungsboot-Institution ähnliche Gesellschaft wurde 1865 gegründet.

In Deutschland wurde am 29. Mai 1865 die "Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" in Kiel gegründet. Im Jahre 1885 bestanden an den deutschen Küsten 99 Rettungsstationen, darunter 35 Stationen, die mit den beiden damaligen Hauptrettungsmitteln (Booten und Rettungsleinen) ausgerüstet waren.

Für die besonderen Bedingungen der Küstenrettung wurden das nach dem englischen Entwickler benannte "Peakeboot" und das nach dem amerikanischen Konstrukteur FRANCIS benannte Francisboot bevorzugt, in Deutschland entschied man sich für den damals neuesten Typ des Francisbootes.

Küstenrettungsboote waren besonders stabil und fest gebaut, mussten sehr seetüchtig und durch zusätzlichen Auftrieb (Korkeinbauten, Luftkästen u.a.) unsinkbar sein. Die in den Rettungsstationen geschützt auf fahrbaren Untersätzen bereitstehenden Boote wurden mit Pferdegespannen in die Nähe der Strandungsstelle befördert, die meistens freiwilligen Rettungsmannschaften setzten bei den gefahrvollen Rettungsaktionen häufig ihr eigenes Leben ein.


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