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Auch Keelmen, Kiel

Ursprünglich ein kleines tierhautbezogenes Boot, von den Normannen mit "chiule", "cyule" oder "ceol" bezeichnet. Die abgewandelte Bezeichnung Kiel ist wahrscheinlich bis im 7. oder 8. Jh. für kleine Last-Segelschiffe übernommen worden. Im Beowulflied, einer altenglischen Heldendichtung aus dem 8. Jh., wird u. a. die Schiffsbezeichnung "Kiel" erwähnt. Des weiteren erscheint um 1000 im Londoner Zolltarif auch die Schiffsbezeichnung "ceol". Es muss sich hier schon um größere Schiffe gehandelt haben, da sie mit dem vierfachen Zollsatz der gewöhnlichen kleinen Segelschiffe ebenso wie ein Hulk bewertet wurden.

Auch in der Edda, einer nordischen Dichtung aus dem 13. und 14. Jh., wird im Völuspalied der Schiffstyp "Kiel" genannt. Im 12. Jh. war Kiel ein Schiffstyp mit einer Tragfähigkeit von 10 Lasten (etwa 20t). Auf den Flüssen Nordenglands blieb der Keel vom 14. bis ins 18. Jh. ein einmastiges, mit einfachen Rahsegeln fahrendes Flusslastschiff mit plattem Boden und völliger Bauweise, das hauptsächlich Kohle fuhr. Auf den englischen Flüssen Tyne und Humber war der Keel in etwa gleicher Größe bis in das 19. Jh. anzutreffen. Die Tragfähigkeit dieser Fahrzeuge wurde in England zu einem speziellen Einheitsmaß für etwa 20t Steinkohle (1 Keel). Der größte Keeltyp war der Humber-Keel mit einer Länge von 17 bis 19 m bei etwa 4,5 m Breite und einer Tragfähigkeit bis zu 10 t. Der kleinere Tyne-Keel von etwa 13 m Länge und bis zu 6 m Breite trug etwa 20t und wurde ursprünglich durch 3 Mann gewriggt, später jedoch mit Rah- und Stagsegeln gefahren. Seit der Mitte des 19. Jh. wurde das Rahsegel durch ein Sprietsegel ersetzt. Aus der Bezeichnung Keel bzw. Kiel entstand mit Beginn der industriellen Kohleförderung in England die allgemeine Bezeichnung "Keelman" für ein englisches Steinkohle-Binnenfrachtschiff,


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