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MS Georg Büchner 
Name: Georg Büchner
ex: Charlesville
Schiffstyp: Fracht- und Passagierschiff, Ausbildungsschiff, zuletzt Hotelschiff
Rufzeichen: DDVR
IMO-Kennung: 5068863
Werft: Cockerill-Ougrée, Hoboken, Belgien, Bau-Nr. 743
Stapellauf: 12. August 1950
letzte Flagge: Deutschland
letzter Heimathafen: Rostock

technische Daten

Länge: 153,66 m
Breite: 19,60 m
Tiefgang: 8,40 m
Vermessung: 11.090,091 BRT
Verdrängung: 10.901 t
Tragfähigkeit: 9.123 tdw
Maschine: 1 x doppelwirkender Achtzylinder-Zweitakt-Dieselmotor, Burmeister & Wain-Cockerill, 9.250 PS (6.803 kW)
Antrieb: 1 x Festpropeller
Geschwindigkeit: 17,5 kn
Besatzung: 260
Passagiere: 190

Schiffshistorie

  • 12. August 1950 Stapellauf als letztes von 5 baugleichen Schiffen der Albertville-Klasse (die man "Ville-Boats", "Kongoschiff" oder "Kongoboot" nannte) für den Antwerpen - Matadi (Belgisch-Kongo)-Liniendienst bei der Werft Cockerill-Ougrée, Hoboken auf Kiel gelegt
  • 12. Februar 1951 Fertigstellung
  • 15. Februar Ablieferung
  • 6. März Jungfernfahrt als "Charlesville" für die "Compagnie Maritime Belge" von Antwerpen nach Matadi
  • 18. Mai 1957 Umbau der Maschinenanlage
  • 5. Juli 1967 Verkauf an die VEB Deutsche Seereederei, Rostock, umbenannt in MS Georg Büchner
  • Frachtliniendienst als frachtfahrendes Ausbildungsschiff ohne Passagiere. In den Passagierunterkünften sind auszubildende Seeleute und Maschinisten untergebracht.
  • 1. Januar 1974 an den VEB Deutfracht/Seereederei, Rostock übertragen
  • 31. August 1977 Außerdienststellung, als "landseitiges Ausbildungsobjekt" in Rostock-Schmarl festgemacht, Ausbildungsinternat für Seeleute und Maschinisten
  • 1990 Belgische Interessenten wollen das Schiff für 900.000 DM kaufen, aber die Folgekosten, ca. 2 Mio DM Reparaturen sind ihnen zu teuer
  • 1991 von der Stadt Rostock gekauft, genutzt als Jugendherberge, Hotel- und Ausbildungsschiff
  • 2001 für eine symbolische DM an den Rostocker Förderverein verkauft
  • seit 2003 Liegeplatz im Rostocker Stadthafen
  • Dezember 2012 wurde bekannt, dass das Schiff für 750.000 Euro an eine Abwrackwerft nach Kleipeda verkauft wurde, obwohl sie mittlerweile in die Denkmalliste aufgenommen wurde
  • für den 10. Januar 2013 war die Verschleppung nach Klaipeda geplant, wurde aber auf Grund von Behördernauflagen zur Seetüchtigkeit ausgesetzt, Taucher prüften die Dicke des Unterwasseschiffes und Bullaugen in Höhe der Wasserlinie wurden zugeschweißt
  • 17. Januar - die Medien berichten, dass der Kaufvertrag "aus Denkmalschutzgründen" mit der Abwrackwerft annuliert wurde und die Büchner vorerst bis zum 23. Januar in Rostock verbleiben und dann für einen symbolischen Euro an belgische Interessenten verkauft werden soll
  • 14. Mai - der Denkmalstatus der Büchner wird aufgehoben, die Rostocker Bürgerschafft beschließt die Verschrottung des Schiffs
  • 17. Mai - die lezten Ladebäume sind verzurrt, das Schiff wurde seefest gemacht und zum Abschleppen vorbereitet
  • 22. Mai - letzte Anhörung des Insolvenzverwalters vor dem Rostocker Landgericht
  • der Insolvenzverwalter des Trägervereins hat das Schiff an die Argent Venture Limited von den Seychellen für 800.000 Euro verkauft, versichert war das Schiff mit 4 Millionen Euro
  • 28. Mai gegen 10:30 Uhr - die Büchner wird mit leichter Schlagseite nach Steuerbord vom polnischen Schlepper Ajaks aus dem Rostocker Hafen geschleppt
  • 30. Mai 2013
    • 18:25 Uhr - der Kapitän des Schleppers Ajaks meldet etwa 7 Seemeilen nordöstlich vom Kap von Rozewie starke Schlagseite des Büchner
    • 19:35 Uhr - das Schiff hat fast keinen Auftrtieb mehr, die Schleppleinen werden durchtrennt
    • 20:25 Uhr - die Georg Büchner ist 8,6 sm vor Rozewie gesunken, sie liegt auf der bestätigten Position N 54° 56.020 E 18° 31.713
  • Der Kurs der Verschleppung wurde per GPS aufgezeichnet. So kann nachvollzogen werden, dass der Zielhafen Klaipeda nicht direkt angelaufen wurde und der Schleppverband ungewöhnlich nah an der polnischen Küstenlinie blieb, Richtung Südosten fuhr und dann am Ort der Havarie einen Zickzackkurs beschrieb.
  • Da die sonst eher flache Ostsee in diesem Gebiet Wassertiefen bis zu 100 Meter aufweist und der eher ungewöhnlich Kurs auf der Position des Untergangs, geben Anlass zu Spekulationen über einen möglichen Versicherungsbetrug, wie der Stralsunder Schifffahrts-Experte Peer Schmidt-Walther in einem Interview gegenüber dem NDR äußert
  • 3. Juni - erste Bilder des gesunkenen Schiffes vom Grund der Ostsee werden im Internet veröffentlicht
  • 5. Juni - Experten des Meeresamtes im polnischen Gdynia haben erste Untersuchungen am Wrack der Büchner vorgenommen. Mit Tauchern und Echolot-Untersuchungen wurde noch einmal die genaue Lage und Position des Wracks festgestellt. Das Wrack liegt in etwa 35 Meter Tiefe auf der Seite, Beschädigungen am Rumpf wurde nicht gefunden.
  • 6. November - nach dem der Eigner nicht ermittelt werden konnte, hat das polnische Seeamt festgelegt, dass die Büchner nicht gehoben werden soll
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