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Dampfschlepper Tiger 
Name: Tiger
Werft: Schiffswerft und Maschinenfabrik AG (vorm. Janssen und Schmilinski), Bau-Nr. 509
Baujahr: 1910
Eigner: Museumshafen Oevelgönne e.V.
Flagge: Deutschland
Heimathafen: Hamburg
Homepage: www.dampfschlepper-tiger.de

technische Daten

Länge: 16,00 m
Breite: 4,80 m
Tiefgang: 2,00 m
Vermessung: 65 BRT
Geschwindigkeit: ca. 9 kn

Maschine

  • 2-Zylinder-Expansionsmaschine, 240 PS, 130 U/min
  • 1 Flammrohrkessel (Baujahr 2000), Heizfläche von 42 m² mit 5 m³ Wasserinhalt bei einem Druck von 8 bar
  • Kohlenverbrauch liegt bei 75 kg/h
  • Wasserverbrauch ist 700 l/h

Schiffshistorie

Das Schiff wurde 1910 bei der Schiffswerft und Maschinenfabrik Janssen und Schmilinsky, Hamburg gebaut. Der Schiffsrumpf besteht aus Stahl und wurde genietet. 1978 wurde das Schiff restauriert. 1998 bis 2001 erfolgte eine größere Restauration.

Der Name ist abgeleitet von einem Lebensmittel, dem Tigermehl der Altonaer Mühle E.P. Lange und Söhne, für den der schlepper u.a. fuhr.

Der Tiger wurde 1910 für die Bugsierfirma ''Jürgen Heinrich- Steffen'' aus Altona in Dienst gestellt. Der sehr gepflegte Tiger, täglich wurde das Kupfer und Messing poliert wodurch Steffens Schiffe Schmuckstücke im Hafen waren, wurde zum Schuten schleppen im Hamburger Hafen oder für Fahrten auf der Unterelbe bis nach Cuxhaven eingesetzt. Der Tiger war aber auch technisch bereits vollkommen. Er hatte ein völlig abklappbares Steuerhaus und mit einem minimalem Kraftaufwand zu kippenden Schornstein, der das durchfahren unter niedrigen Brücken ermöglichte.

Wegen seiner gesonderten Heißdampfleitung vom Dampfkessel in die Kajüte konnte ohne Herd Kaffee oder Tee zubereitet werden. Ein handgefertigtes Plumsklo rundete das damalige Wohlbefinden ab. Im 2.Weltkrieg wurde eine Dampflenzanlage instaliert, die über ein Injektorprinzip ein schnelles lenzen ermöglichte. Der Tiger hatte einen vielseitigen Einsatzbereich. Neben einem Schutenschleppbetrieb im Hamburger Hafen wurde er hauptsächlich für Schleppfahrten nach Elmshorn eingesetzt. Er konnte aber auch Passagiere befördern. Die verstärkte Rumpfkonstruktion erlaubte sogar einen Einsatz als Eisbrecher. Den Namen hat der Tiger von einer Altonaer Mühle deren Schuten er schleppte. Die Mühle gibt es heute nicht mehr.

56 Jahre blieb der Tiger im Dienst von der Firma ''Jürgen Heinrich- Steffen'' die ihn 1966 außer Dienst stellte. Das Schiff wurde glücklicherweise in den 50er Jahren nicht auf Diesel umgestellt. Es war vorgesehen den Tiger als Reserveschlepper einzusetzen. Die Verschrottung blieb ihm daher erspart und er wurde in seiner dann 12- jährigen Liegezeit an der Maschinenanlage notdürftig gepflegt.

1978 startete der Museumshafen Övelgönne mit dem Hamburger Abendblatt die Aktion ''Rettet den Tiger''. Der letzte kohlebefeuerte Schleppdampfer sollte vor der Verschrottung gerettet werden. Schnell war man erfolgreich, womit niemand gerechnet hatte. Die Spenden kamen von Jung und Alt, das waren ehemalige Besatzungsmitglieder oder Bürgern die den Tiger aus früheren Tagen kannten. Viele hatten großes Interresse an dem Erhalt des letzten kohlebefeuerten Schleppdampfers, damit nicht auch das letzte Exemplar verloren ging. Nach dem Erwerb des Schiffes wurde die Insatndhaltung in Gang gebracht. Er sollte nicht nur optisch aufgearbeitet werden sondern vollständig in Betrieb genommen werden. Mehrere Werften boten Ihre Hilfe an, die alles sehr erleichterten besonders bei Spezialaufgaben wie dem Dampfkessel. Bei der Wiederaufarbeitung des Tigers gab es eine Gruppe von Hamburgern, die in ihrer Freizeit das Schiff entrosteten, anstrichen oder andere Arbeiten durchführten. Während der Restauration wurden schon Pläne über die zukünftigen Fahrten gemacht.

1998 bis 2001 restauriert, bietet der 'Tiger' heute und in der Zukunft einen lebendigen Eindruck aus der Zeit der Dampfschiffahrt. Ein Zeitdokument welches kuturhistorisch einen wichtigen Abschnitt des Hamburger Hafens wiederspiegelt.

Bemerkungen

Die Bilderserie des Dampfschlepper Saturn, Dampfschlepper Tiger und Dampfschlepper Claus D. eignen sich sehr gut für den Nachbau des Baukastens Hafenschleppers Saturn von der Fa. Graupner.

Die Aufnahmen wurden während der Dockung im März 2005 angefertigt. Leider stehen bis heute keine Außenaufnahmen zur Verfügung.

Kontakt

Anschrift: Museumshafen Oevelgönne e.V.
Otto Hennecke
Keplerstr. 31
22763 Hamburg
Homepage:
Infos